Aachen: Millionen investiert: Eine Frischzellenkur für die Kläranlage Eilendorf

Aachen : Millionen investiert: Eine Frischzellenkur für die Kläranlage Eilendorf

Über Monate hat der Wasserverband Eifel Rur (WVER) seine Kläranlage am Rande Eilendorfs auf Vordermann gebracht: Insgesamt 2,5 Millionen Euro sind in neue Technik investiert worden — und sollen künftig für Kosteneinsparungen und ein attraktives Arbeitsumfeld für die Mitarbeiter der Anlage sorgen.

Auch wenn die Bauarbeiten in Eilendorf zunächst ein wenig unspektakulärer daher kommen als auf dem WVER-Gelände in der Soers, wo derzeit eine Ozonungsanlage errichtet wird, so waren die Bauarbeiten in Eilendorf aus Sicht des Wasserverbands trotzdem von großer Relevanz: Anlagenteile, die in die Jahre gekommen waren, sind durch zeitgemäße Technik ersetzt worden.

Energieeffizienz ist wichtig

Es geht dabei nicht nur um Substanzerhalt, sondern auch um die Steigerung der Energieeffizienz. Dass die notwendigen Investitionen getätigt wurden, steht für den Verband gar nicht zur Debatte: „Wir können der Wurm schlecht erzählen, dass wir ein technisches Problem haben“, sagte Joachim Reichert, Vorstand des WVER, auf einer Pressekonferenz am Donnerstagmorgen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, dem der Verband mit den Investitionen entgegenwirken will, ist der demografische Wandel: „In den kommenden zehn Jahren wird ein Viertel unserer Belegschaft das Rentenalter erreicht haben“, sagt Reichert. Nur, wer attraktive Arbeitsstellen anbieten könne, würde in Zukunft junge Mitarbeiter für sein Unternehmen gewinnen können. In den kommenden Jahren wird der WVER insgesamt eine Viertelmilliarde Euro in die Infrastruktur investieren.

Das Wasser wird sauberer

In Eilendorf ist die Arbeit beispielsweise dadurch angenehmer geworden, dass die Anlage nun weniger wartungsintensiv ist: Die Technik in einem der Belebungsbecken und in der Schlammentwässerung sind erneuert worden. „Mit der neuen Anlage ist das Wasser, das wir in den Bach ableiten, sauberer als vorher“, erklärte Rainer Kleinfeld, stellvertretender Unternehmensbereichsleiter West beim WVER.

Das ist den Fachleuten unter anderem mit neuen Rotoren gelungen, die den für die Mikroorganismen nötigen Sauerstoff ins Wasser befördern. Auch sorgen neue Strömungsbeschleuniger dafür, dass das Wasser auch alle vier „Bahnen“ in dem rund 80 Meter langen Becken durchläuft und dadurch besser gereinigt werden kann, bevor es wieder austritt. „Wir haben keine Ammonium-Werte mehr feststellen können“, sagte Kleinfeld zufrieden. Auch die Anwohner aus Eilendorf oder Verlautenheide profitieren von der neuen Technik: Die Kläranlage ist nun viel leiser als vorher. „Quietschende Motoren hört man jetzt nicht mehr“, sagte Kleinfeld.

Effizienter und weniger arbeitsintensiv für das WVER-Team ist die neue Schlammentwässerung. Je weniger Wasser der Schlamm enthält, wenn er zur Verbrennungsanlage gebracht wird, desto günstiger ist das für den WVER, wie Miriam Vieten, Unternehmensbereichs-Leiterin Planung und Bau, erläuterte. „Die neue Anlage mit einer Hochleistungszentrifuge verringert den Wasseranteil im Klärschlamm von 98 auf 70 Prozent“, sagte Vieten. Auch laufen einige Schritte in diesem Bereich automatisch, und binden damit weniger Arbeitskräfte. „Nun muss niemand mehr samstags auf die Anlage kommen, um den vollen Container mit Schlamm für die Verbrennungsanlage gegen einen leeren auszutauschen“, sagte Reichert.

Die WVER betreibt in der Region Aachen insgesamt 44 Kläranlagen, davon vier im Stadtgebiet. Zwar würden in Zukunft einige kleinere Anlagen des Unternehmens tendenziell stillgelegt. Doch die Aachener Anlagen sollen alle weiter betrieben werden.

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