Aachen: Mieter löst bei Löschversuch von Fettbrand Explosion aus

Aachen : Mieter löst bei Löschversuch von Fettbrand Explosion aus

Schutzengel vor Ort: Bei einer Explosion im dritten Obergeschoss eines Hauses in der Aachener Lintertstraße ist am Samstagabend ein komplettes Fenster aus der Hauswand gesprengt worden. Es zerschellte auf der Straße. Verletzt wurde niemand.

Nach Angaben der Polizei hatte ein Bewohner Frittenfett so stark erhitzt, dass es Feuer gefangen hatte. Durch einen — völlig untauglichen — Löschversuch mit Wasser gegen 23.10 Uhr löste der Mann die Explosion aus. Denn: Wasser verdampft schlagartig, wenn es auf mehrere hundert Grad heißes Fett trifft.

Der Wasserdampf vermischt sich mit dem Fett und breitet sich explosionsartig im Raum aus. Durch die explosionsartige Verdampfung wird dann das brennende Fett mit dem Wasserdampf aus dem Behälter gerissen — was für umstehende Personen und auch Löschkräfte verheerende Auswirkungen haben kann.

Ein Liter Wasser verwandelt sich nach Expertenangaben innerhalb von Sekunden in bis zu 1700 Liter Wasserdampf. Der Druck sucht dann die schwächste Stelle des Raums, um zu entweichen — in diesem Fall das Fenster. „Der Mann hat wahnsinniges Glück gehabt“, hieß es am Sonntag dann auch von der Polizeileitstelle.

Die Feuerwehr weist darauf hin, dass man Fettbränden am sichersten mit Feuerlöschern zu Leibe rückt, die für das Löschen von Speiseöl- und Speisefettbränden geeignet sind. Dies ist auf dem Feuerlöscher angegeben (Brandklasse „F“). Nur falls es noch möglich ist, ohne schlimmeren Schaden zu riskieren, sollte man brennendes Fett mit einem Deckel ersticken und den Topf oder die Pfanne von der Hitzequelle nehmen.

In anderen Fällen ist die Alarmierung der Feuerwehr unbedingt notwendig. Die Polizei teilte am Sonntag mit, dass das Gebäude in Forst durch die Explosion stark in Mitleidenschaft gezogen wurde und die Wohnung zunächst nicht mehr bewohnbar ist.

(re)