Aachen: Michaelsbergstraße: Vorerst keine neuen Wohnungen

Aachen : Michaelsbergstraße: Vorerst keine neuen Wohnungen

Die Grundschule Michaelsbergstraße wird den dringend benötigten Erweiterungsbau mit einem zweigeschossigen Multifunktionsraum bekommen. Das hat der Wohnungs- und Liegenschaftsausschuss in seiner Sitzung am Dienstag beschlossen. Die umstrittene Wohnbebauung in drei weiteren Obergeschossen wurde hingegen zurückgestellt, bleibt aber eine Option.

Mit dem geplanten Neubau wird die Baulücke an der Michaelsberg­straße zwischen dem Altbau der Schule und dem Nachbargrundstück geschlossen. Der gut 130 Quadratmeter große Multifunktionsraum für die OGS und den Mensabetrieb sowie weitere Nebenräume sollen die immense Platznot der Schule lindern.

Aus Sicht der Verwaltung sei das ausreichend, Schulleitung und Elternvertreter sehen das freilich anders. Sie haben in den zurückliegenden Wochen und Monaten vehement gegen die städtischen Planungen protestiert, weil sie einerseits die geplanten Räume für zu klein und nicht bedarfsgerecht halten, andererseits aber auch den Bau von bis zu sechs Wohnungen in den darüberliegenden Geschossen unpassend finden.

Ob es dazu kommt, ist nun wieder völlig offen. Denn inzwischen gibt es auch auf Seiten der Politik Zweifel, dass die Wohnungen wirklich die ideale Lösung sind. Zwar sehe man in der räumlichen Nähe von Wohnungen und Schule kein grundsätzliches Problem, betonen Vertreter aller Fraktionen. Fraglich sei aber tatsächlich, ob die Schule in Zukunft nicht doch noch weitergehenden Raumbedarf habe. Kritisch schätzen auch die meisten Politiker den Bau öffentlich geförderter Wohnungen ein. Möglicherweise können auf dem knappen Raum auch nicht alle Bedingungen der Förderrichtlinien erfüllt werden.

Einstimmig hat der Ausschuss daher beschlossen, vorrangig nur den zweigeschossigen Schulneubau in Angriff zu nehmen. Der soll aber schon jetzt statisch auch auf eine Aufstockung ausgelegt werden — ob für Wohnungen, weitere Schulräume oder andere Nutzungsoptionen soll zu einem späteren Zeitpunkt auch in Absprache mit der Schule festgelegt werden. Die im Ausschuss anwesenden Eltern zeigten sich mit dem am Dienstag beschlossenen Kompromissvorschlag zufrieden und blicken wieder optimistisch nach vorne.

(gei)
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