Aachen: „Metro Gastro“: Großhandelsriese sieht in keine Zukunft mehr

Aachen : „Metro Gastro“: Großhandelsriese sieht in keine Zukunft mehr

Schock für 46 Beschäftigte von „Metro Gastro“ am Gut Wolf. Der auf die Belieferung von Gastronomiebetrieben spezialisierte Groß­handelsmarkt soll Mitte nächsten Jahres geschlossen werden. Das wurde den Mitarbeitern in der vergangenen Woche auf einer von der Geschäftsführung einberufenen Versammlung mitgeteilt.

Am Dienstag wurden die Mitarbeiter auf einer Betriebsversammlung vom Betriebsrat und Gewerkschaftsvertretern über das weitere Vorgehen informiert. Ziel ist es, im Rahmen eines Interessensausgleichs möglichst vielen Beschäftigten Stellen in anderen Märkten anbieten zu können, betonte eine Metro-Sprecherin. Insbesondere sollen alle Azubis ihre Ausbildung auch möglichst ortsnah fortsetzen können. Der nächste klassische Metro-Großmarkt mit einem weitaus breiteren Sortiment als in Aachen befindet sich im Gewerbegebiet Würselen, einen weiteren auf die Gastro-Szene ausgerichteten Markt gibt es in Düren.

Der Standort am Gut Wolf, der erst seit gut einem Jahr unter dem Namen „Metro Gastro“ geführt wird und zuvor als Schaper, beziehungsweise noch früher unter dem Namen Selgros bekannt war, zählt zu den kleineren Märkten im Konzerngefüge. Und genau dies sei sein Problem, heißt es aus dem Blickwinkel der Düsseldorfer Zentrale. „Er ist seit Jahren defizitär und kann wirtschaftlich nicht mehr rentabel geführt werden“, teilt die Sprecherin mit. Man habe alles versucht, den Markt wieder auf Vordermann zu bringen. „Es hat nicht geklappt.“ Zu hart sei inzwischen der Konkurrenzkampf in der Branche geworden. In Aachen bereite zudem die Grenzlage ein Problem, die das Einzugsgebiet allzu sehr begrenze.

Es sei eine Frage der Zeit gewesen, dass der Aachener Markt verschwindet, sagt auch Verdi-Sekretär Guido Meinberger, der seit längerem die Metro-Geschäftspolitik verfolgt. „Da ist ja viel Bewegung drin.“ Gelitten habe der Standort insbesondere durch die Nähe zur großen Konkurrenz in Würselen. Meinberger hofft nun, dass ein Großteil der Aachener Mitarbeiter eben dort weiterbeschäftigt werden kann. „Vor allem die Mittelalten haben es ansonsten schwer“, fürchtet er.

Wie es für die Betroffenen weitergeht, soll schon nächste Woche bei einem ersten Verhandlungstermin sondiert werden. „Die Stimmung ist sehr bescheiden“, heißt es auf Seiten der Beschäftigten. Jeder mache sich Sorgen um seine Zukunft. Man habe zwar seit langem gespürt, dass die Geschäfte schlechter laufen als früher. Die Bekanntgabe der Schließung zum jetzigen Zeitpunkt sei dennoch überraschend gewesen.

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