Aachen: Mentorprojekt für Schüler

Aachen: Mentorprojekt für Schüler

40 Jahre alt ist Thomas Käfer. In die Schule geht er immer noch, jedes Jahr für ein paar Tage. An der Aachener Viktoriaschule erklärt er den jungen Leuten aus den zehnten Klassen, warum Englisch nützlich ist. Warum gutes Deutsch so wichtig ist. Und wie sehr miese Mathe-Noten die Chancen in Ausbildung und Studium verbauen können. Ehrenamtlich hat Käfer an dem Gymnasium ein Mentor-Projekt auf die Beine gestellt.

Viele Schüler wissen in Klasse 10 überhaupt nicht, ob sie mit der Mittleren Reife abgehen oder doch lieber Abitur machen sollen. Und viele haben völlig falsche Vorstellungen davon, was sie in Beruf und Studium erwartet.

Thomas Käfer kann ziemlich genau sagen, was auf die jungen Leute zukommt. Seit 16 Jahren hat der Diplom-Ingenieur in Würselen seinen eigenen EDV-Betrieb, fast ein Dutzend Lehrlinge hat er selbst ausgebildet. Bei der Industrie- und Handelskammer prüft Käfer auch angehende Facharbeiter. „Und immer wieder erlebe ich, dass selbst Azubis am Ende ihrer Ausbildung ganz grundlegende Kenntnisse nicht haben.”

Bruchrechnen zum Beispiel: Natürlich haben alle das irgendwann in der Schule. „Aber nach der Klausur wird die Sache abgehakt, weil den Schülern nicht klar ist, wie wichtig so etwas später in der Ausbildung ist”, sagt Käfer. In einer Lehre aber kriegen die Azubis solche Grundfertigkeiten nicht mehr beigebracht.

Und von wegen, in technischen Berufen sei Deutsch nicht wichtig: „Jeder Fachinformatiker muss heute in der Gesellenprüfung auch eine Projektdokumentation vorlegen.”

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