Aachen: „Mein Ewiges“: Ein Bild, das Trost spenden soll

Aachen : „Mein Ewiges“: Ein Bild, das Trost spenden soll

Dorothea Kempen lächelt zufrieden, als sie die neuen Trauerkarten und Flyer der ambulanten Hospizdienste der Aachener Caritasdienste (ACD) der Stadt Aachen und Region Aachen in den Händen hält. „Das ist wirklich gut geworden“, sagt die 58-Jährige.

Das Motiv auf Karte und Flyer ist ihr sehr wohl bekannt, denn sie hat es gemalt — ursprünglich für eine Exerzitienreihe, die sie regelmäßig mit ihrem Mann auf der Nordseeinsel Juist abhält.

Dass ihr Bild „Mein Ewiges“ nun die Flyer und die Trauerkarten der beiden ambulanten Hospizdienste ziert, damit hätte die gelernte Grafikerin vor einem halben Jahr noch nicht gerechnet, doch rückwirkend betrachtet hätte es gar nicht anders kommen können.

Da sind sich die vier Koordinatorinnen der beiden ambulanten Hospizdienste sicher. „Wir brauchten für unsere Hospizdienste Aachen Stadt und Region Aachen neue Flyer. Und wir wollten für die Dienste eine eigene Kondolenzkarte erstellen. Für beides haben wir passende Motive gesucht“, erklärt Stephanie Eßer vom ambulanten Hospizdienst der ACD-Region Aachen.

Das gestaltete sich aber recht schwierig, besonders für den Flyer, wie ihre Kollegin Judith Anlauf berichtet: „Wir wollten, dass das Motiv etwas Individuelles widerspiegelt. Jeder Mensch, den wir begleiten ist einzigartig, das sollte zum Ausdruck kommen.“ Auch bei der Trauerkarte wollten die Koordinatorinnen auf bekannte Symbolik verzichten, damit sich niemand ausgegrenzt fühlt.

„Unsere Dienste richten sich an alle Menschen unabhängig von Alter, Herkunft, Lebensstil oder Religion“, erklärt Annette Busch vom ambulanten Hospizdienst Aachen-Stadt. Etwas Abstraktes sollte es sein, ein Bild, „das Raum für eigene Gedanken lässt“, sagt Annette Buschs Kollegin Brigitte Gerke.

Im Atelier von Dorothea Kempen, die nicht nur Malerin ist, sondern auch seit acht Jahren ehrenamtliche Hospizdienstmitarbeiterin, fiel Stephanie Eßer und Judith Anlauf das Bild „Mein Ewiges“ gleich auf: Farbenfroh, lebendig, hoffnungsvoll und eben nicht bedrückend, düster und traurig.

Ausstellung in Kornelimünster

„In jedem Menschen ist etwas Ewiges, etwas Göttliches, egal welchen Glauben ein Mensch hat. Für mich ist das tröstlich und hat auch ganz viel mit Hospizarbeit zu tun“, sagt Dorothea Kempen. Eine Ausstellung der Künstlerin ist bis zum Weißen Sonntag im Kreuzgang der Benediktinerabtei in Kornelimünster zu sehen. Das Bild „Mein Ewiges“ hat Dorothea Kempen dem ambulanten Hospizdienst geschenkt. Es wird künftig im Büro von Stephanie Eßer und Judith Anlauf hängen.

Mehr von Aachener Nachrichten