Vaals/Aachen: Mehr Qualität: Pläne für den Dreiländerpunkt

Vaals/Aachen: Mehr Qualität: Pläne für den Dreiländerpunkt

Die Pläne sind noch nicht sehr konkret, die Entschlossenheit aber ist da: Es wird sich was tun am Dreiländerpunkt. Der Eigentümer Staatsbosbeheer (die niederländische Forstbehörde) und die Gemeinde Vaals sind sich einig, dass eine Qualitätsverbesserung des beliebten Ausflugsziels notwendig ist.

Und spätestens Anfang kommenden Jahres will man bekannt eben, in welche Richtung die Reise für den „Drielandenpunt” gehen wird.

Basis der Überlegungen werden drei mögliche Szenarien sein, die das niederländische Planungsbüro „Leisure Result” im Auftrag des Eigentümers erstellt hat und die jetzt präsentiert wurden. Das erste sieht vor, dass in Sachen Angebot alles beim Alten bleibt, allerdings kräftig auf Vordermann gebracht wird.

Szenario 2 geriert sich schon offensiver und sieht naturorientierte Attraktionen, Übernachtungsmöglichkeiten sowie eine verstärkte Nutzung für Veranstaltungen vor.

Drittens und letztens wäre da schließlich der große Rundumschlag in Sachen Attraktivierung: Bedeuten würde dies ein Hotel sowie viele neue Attraktionen mit klarem Bezug zum Thema Euregio.

So weit, so vage. Wirklich klar sehen die Vertreter der Gemeinde Vaals hingegen, was sie nicht wollen: Dass der Dreiländerpunkt seinen gewohnten Charakter verliert. „Es wird nichts realisiert, wodurch die jetzigen Besucher nicht mehr kommen. Das Gelände bleibt offen”, stellen Monique Kerbusch und Nicole Hammer von der Gemeinde klar - einen „Freizeitpark Dreiländerpunkt” wird es also nicht geben.

Vielmehr soll das idyllische Areal in seiner geografisch exponierten Lage auch weiterhin zum spontanen (und unentgeltlichen) Wochenendspaziergang oder auch zum Nachmittagskaffee mit dem Verwandtschaftsbesuch offenstehen. Wenn dieser dann freiwillig den einen oder anderen Euro mehr da lässt, entsteht dadurch freilich kein Interessenkonflikt: „Heutzutage muss jeder ein bisschen kommerzieller denken”, räumt Projektleiterin Kerbusch ein.

Das Teilziel, den Besucherandrang stärker übers Jahr zu verteilen - also auch ein wenig von der Witterungsabhängigkeit wegzukommen - soll jedoch auf besucherfreundliche Art und Weise erreicht werden. Ob dies nun durch eine reine Generalüberholung des Vorhandenen geschieht wie nach Szenario 1, oder ob doch tiefer in die Tasche gegriffen wird, steht und fällt nicht zuletzt mit der Suche nach finanzkräftigen Investoren.

Da rund 70 Prozent der geschätzten 750.000 Jahresbesucher des Dreiländerpunkts aus der Euregio kommen, werden die Niederländer sich noch den Rat der umliegenden Kommunen, also auch Aachens, einholen.

Nicht ins Gewicht fallen werde hingegen die Meinung des in Deutschland als Sekte eingestuften Maharashi-Kults. Dessen Anhänger haben sich zwar vor einigen Jahren auf dem Dreiländerpunkt eingekauft, besäßen jedoch hinsichtlich der angestrebten Neuorientierung keine Entscheidungskompetenz, heißt es.

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