Aachen: Mehr Hinweise auf andere Museen im Centre Charlemagne

Aachen : Mehr Hinweise auf andere Museen im Centre Charlemagne

Es ist fast schon ein bisschen deprimierend. Das Suermondt-Ludwig-Museum und das Ludwig Forum für internationale Kunst werden ihren Ruf als Außenseiter einfach nicht los. Mit ihren Lagen abseits der üblichen Touristenpfade gehören sie offenbar zu den Problemkindern der Aachener Kulturlandschaft.

Die Außenseiterrolle ist daher auch ein immerwährendes Thema im Kulturausschuss der Stadt Aachen. Denn dort hatte man bereits im März 2015 über einen Vorschlag der Museumsstrukturkommission diskutiert, der den Auftrag zur Installation eines Schaufensters für das Suermondt-Ludwig-Museum und das Ludwig Forum im Centre Charlemagne beinhaltete. Das ist nun zwei Jahre her.

„Flyer sind altmodisch“

Am Donnerstagabend wurde im Kulturausschuss erneut über das Schaufenster diskutiert. Im Centre Charlemagne solle vermehrt auch auf alle anderen Museen aufmerksam gemacht werden, insbesondere die beiden am Rand, hieß es. Am besten gleich im Eingangsbereich in den Terminals über dem Empfang. Weitere Vorschläge wären auffällig platzierte Plakate oder eine neue Fläche für Flyer. Wie genau dies nun angegangen werden könne, sorgte unter den Fraktionen für Gesprächsbedarf.

„Flyer und Plakate sind inzwischen doch eher altmodisch“, sagte die Vorsitzende, Margrethe Schmeer (CDU). Dem schlossen sich auch die Grünen an und schlugen eine Ankündigung der Termine aller Museen als TV-Formate im Eingang des Centre Charlemagne vor. Sie plädierten für mehr Werbung für andere Häuser, die größer und viel präsenter aufgestellt werden müsse. Besucher müssten schon im Centre sehen können, welche anderen Museen es gibt und wie man sie erreicht. Die Grünen kritisierten auch die Größe des Souvenir-Shops. Er sei im Verhältnis viel zu groß, dort könne auch ein Bereich abgetrennt werden, der Raum für mehr Faltblätter und Ankündigungen biete. „Man muss mehr als Betrieb und an die Menschen denken“, sagte Hermann Josef Pilgram (Grüne).

Dass all das nicht so leicht umzusetzen sei, wie es klinge, erläuterte daraufhin Frank Pohle, Leiter der Route Charlemagne: „Die Termine aus dem Kalender der Route Charlemagne werden dort bald gezeigt. Es hat zuvor Probleme mit der Agentur gegeben, daher steht auf den Flatscreens bislang nur Centre Charlemagne.“ Termine anderer Häuser könnten nicht ohne weiteres dargestellt werden, da dafür vergleichbares Material fehle. Außerdem würden die Kosten für eine gemeinsame digitale Lösung der Termine aller Museen in den zweistelligen Tausenderbereich gehen. Pohle warf eine Summe von rund 24.000 Euro in den Raum.

Jutta Göricke vom Fachbereich Presse und Marketing der Stadt Aachen erklärte, dass es zwar absolut sinnvoll sei, auf die anderen Häuser hinzuweisen, dass dies jedoch in der Tat als Kalender nicht so leicht umzusetzen sei. „Im Fachbereich Presse und Marketing steht nur eine Person zur Verfügung, die dafür verantwortlich wäre. Sie würde das auch gerne machen, doch alle Webseiten der Museen sind zwar wordpressbasiert, passen jedoch technisch nicht zusammen“, so Göricke. Denn die Webseiten seien zu unterschiedlichen Zeiten gestaltet worden und somit mit unterschiedlichen technischen Versionen. Es müsse zunächst ein neues Programm her, damit auch nur eine Person all das leisten könne. Zudem fügte sie an, dass das Centre „Schnittstelle und Ausgangspunkt für die Route Charlemagne“ sei. Die sei nämlich auch noch nicht hinreichend bekannt. „Wir müssen da klar im Auftritt sein“, so Göricke weiter.

Die sachkundige Bürgerin Andrea Derichs (CDU) verwies darauf, dass man „den Touristen etwas zutrauen müsse“ und die Museen nicht immer an den Rand schieben müsse. Schließlich seien diese im Vergleich zu anderen großen Städten immer noch nah am Innenstadtbereich.

Trotz vieler Vorschläge wurde man sich dann zumindest über die Darstellungsart einig. Modern soll es schließlich schon sein. Der Vorschlag der FDP, mehrere Plakate im Eingangsbereich des Centre aufzuhängen, stieß nicht auf sehr viel Zuspruch. Im Laufe des Jahres 2017 soll im Garderobenbereich des Centre Charlemagne eine große, brandschutzkompatible Fläche für das Aufhängen von Plakaten vor allem für Sonderausstellungen in den Schwesterhäusern geschaffen werden. Alles weitere ist noch unklar. Fest steht nur, dass von dort aus bald auch vermehrt auf die anderen Häuser hingewiesen werden soll. Olaf Müller, Leiter des Kulturbetriebs, ergänzte noch, dass all das „zu einem undurchsichtigen Sammelsurium“ würde, wenn sich dort überall Termine, Flyer und Plakate finden würden.

„Im Centre arbeitet besucherfreundliches Personal und das ist sehr wichtig“, so Müller weiter. Schließlich könnten Touristen dieses Personal ansprechen und so auch nach anderen Museen oder dem Weg fragen.

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