Kontakt- und Beratungsstelle in der Städteregion : Mehr Hilfe bei psychischen Problemen

Kontakt- und Beratungsstelle in der Städteregion : Mehr Hilfe bei psychischen Problemen

„Wenn wir das früher gewusst hätten, dann wäre vieles leichter gewesen.“ So reagieren viele Menschen mit einer psychischen Erkrankung, die erst spät von den Kontakt- und Beratungsstellen in der Städteregion erfahren haben.

Seit Jahren schon sind sie Anlaufstelle für Menschen mit psychischen Erkrankungen, die beispielsweise nach einem Aufenthalt in der Psychiatrie so recht nichts mit sich anzufangen wissen. „Dabei ist eine gute Tagesstruktur die Grundvoraussetzung, um wieder zurück ins Leben zu finden“, sagen die Experten.

In der Städteregion gibt es inzwischen acht Kontakt- und Beratungsstellen, die nach einer Kooperationsvereinbarung dem gleichen qualitativen Standard entsprechen sollen. Auch die Aachener Laienhelfer Initiative ist seit Anfang des Jahres Mitglied im Verbund. Sie ist Träger von zwei Aachener Kontakt- und Beratungsstellen – in der Südstraße und in der Trierer Straße.

Dort wie auch in den übrigen sechs Hilfeeinrichtungen, die im Altkreis Aachen angesiedelt sind, stehen die Türen offen für alle, die psychisch erkrankt sind, in einer Krise stecken oder eine niedrigschwellige Alternative zu psychiatrischen Angeboten suchen.

Auch die Angehörigen finden hier ein offenes Ohr für ihre Sorgen. In der Kontaktstelle in der Aachener Südstraße werden rund 50 Stammgäste betreut. „Unsere Besucher können kommen, aber auch jederzeit wieder gehen, wenn sie das wünschen“, sagt Ingo Seyfert von der Aachener Laienhelfer Initiative.

Zwangloser Umgang und kreative Angebote haben demnach wesentlichen Anteil daran, dass sich die Besucher schnell wohl fühlen. Wie die Erfahrungen der Sozialarbeiter in den Kontaktstellen zeigen, sind psychische Erkrankungen nach wie vor sehr schambesetzt. Umso wichtiger sei es, den Betroffenen einen geschützten Raum zu bieten, in dem sie neuen Lebensmut fassen und Selbstbewusstsein aufbauen können.

„Die Angebote richten sich vor allem nach den Bedürfnissen der Besucher“, sagt Seyfert. Außerdem werde Raum geboten, um eigene Wege zur Bewältigung der Erkrankung zu finden. Die Kontaktstellen sollen so etwas wie das Wohnzimmer der Besucher sein. Und wenn jemand dann doch einmal ärztliche Hilfe braucht, dann kann er sich von einem der Mitarbeiter zum Psychiater begleiten lassen. Gerade dieser Gang falle vielen sehr schwer, berichten die Sozialarbeiter in den Kontaktstellen.

„Oft hilft aber auch ein Gespräch, um eine Krise in den Griff zu bekommen“, ergänzt Seyfert. Maßgeblich sei das Vertrauen, das die Erkrankten schon im Vorfeld aufbauen konnten. Wer will, kann in der Kontaktstelle auch frühstücken und zu Mittag essen. Ganz große Bedeutung habe das Netzwerk, das die Besucher unter sich aufbauen.

In Würselen noch nicht eröffnet

Nachdem der Städteregionstag Ende 2017 eine Aufstockung der finanziellen Mittel für die Kontaktstellen beschlossen hatte, konnte jeweils eine neue Anlaufstellen geschaffen werden in Simmerath und in Würselen. Die in Würselen ist allerdings noch nicht eröffnet.

Alle Kontakt- und Beratungsstellen sind Angebote der jeweiligen psychiatrischen Zentren. Neben den bereits genannten gibt es weitere in Herzogenrath, Eschweiler, Baesweiler, Alsdorf und Stolberg.

Informationen zu den sozialpsychiatrischen Zentren sowie die Kontaktdaten sind auf der Homepage der Städteregion unter www.staedteregion-aachen.de im Bereich des Gesundheitsamtes zu finden.

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