Aachen: Mehr Ampeln, weniger LKW: Neues Verkehrskonzept für Burtscheid

Aachen: Mehr Ampeln, weniger LKW: Neues Verkehrskonzept für Burtscheid

„Was ist Ihnen wichtig?” Diese Frage stellte Uwe Müller vom Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsplanung den Burtscheider Bürgern.

Die waren zahlreich im Foyer des Verwaltungsgebäudes am Marschiertor erschienen, um sich ein Bild davon zu machen, wie Burtscheid mit Blick auf ein neues Verkehrskonzept in Zukunft aussehen könnte.

Und Brennpunkte scheint es tatsächlich viele zu geben. Der Tunnel Moltestraße etwa: Der könnte gemäß eines Vorschlags der Verwaltung nicht nur stundenweise, sondern ganztägig gesperrt werden. Eine Idee, die bei den Burtscheidern auf wenig Gegenliebe stieß. Das Verkehrschaos an der Bachstraße würde sich in unzumutbarer Weise erhöhen, meinen sie.

Keine leichte Aufgabe

Dass es nicht leicht sein wird, ein Verkehrskonzept zu entwickeln, das allen Ansprüchen gerecht wird, wurde bei der Bürgeranhörung schnell deutlich. Die Burtscheider ließen aber keinen Zweifel daran, dass ihnen die Verkehrssicherheit ganz besonders am Herzen liegt. Sie wünschen sich mehr Tempo-30-Zonen, Zebrastreifen und Ampelanlagen vor Schulen und Kitas, um die Schulwege sicherer zu machen. Zudem wollen sie Burtscheid vom Durchgangs- und LKW-Verkehr entlastet sehen.

Unglücklich zeigten sie sich mit den Zahlen und Daten, die die Verwaltung ihren Planungen zugrunde legt. Die letzten Verkehrszählungen stammten aus dem Jahre 2004, monierten sie. An einzelnen Brennpunkten habe sich die Situation inzwischen drastisch verschärft. Für die Burtscheider Fußgängerzone wünschen sich die Bürger mehr Kontrollen mit Blick auf die Einhaltung der Ladezeiten. Statt die LKW zu kontrollieren, kontrolliere man nur die Radfahrer, kritisierten sie.

Weitere Themen waren die Verkehrssituation am Eingang Marienhospital, die Radwege und die Parkmöglichkeiten. Die Burtscheider nutzten die Gelegenheit, um auf Gefahrenpunkte hinzuweisen, die die Verwaltung so noch nicht im Blick hatte.

Gesamtkonzept entwickeln

Ein bisschen ungeduldig zeigte sich der ein oder andere dabei schon. Doch gut Ding will Weile haben, meint die Verwaltung. Denn anstatt den einzelnen Wünschen und Anträgen der Bürger nach und nach Rechnung zu tragen, habe man sich entschlossen, innerhalb einer Rahmenplanung ein schlüssiges Gesamtkonzept zu entwickeln. Und damit auch die Bürger mit dem Ergebnis zufrieden sind, werden sie von Beginn an mit in die Planungen einbezogen. „Denn Sie wissen am besten, wo es Probleme gibt”, betonte Müller.

Jetzt ist es an der Verwaltung, die Informationen auszuwerten und in ein erstes Verkehrskonzept einfließen zu lassen. Auf dem langen Weg bis zu dessen endgültiger Fassung und Umsetzung werden die Bürger immer wieder befragt, so Uwe Müller. Ein Anfang ist jetzt gemacht.