Aachen: Mehr als 100.000 mal den Hebel gegen den Pannenreaktor gezogen

Aachen : Mehr als 100.000 mal den Hebel gegen den Pannenreaktor gezogen

Wenn es nach einem Großteil der Aachener Bevölkerung ginge, dann wäre der belgische Pannenreaktor Tihange 2 längst abgeschaltet. Was sich schon seit Jahren in Form von Protesten, Plakaten und negativen Stimmen widerspiegelt, äußert sich nun auch in der Ursulinerstraße in Zahlen.

Seit Ende November 2016 stand die „Tihange-Aus“-Säule vor dem Aachener Bürgerservice in der Johannes-Paul-II.-Straße. Ganze 103.500 Mal wurde der Hebel seitdem umgelegt und somit der Reaktor des umstrittenen Kernkraftwerks symbolisch abgeschaltet.

Nun hat die Säule einen neuen Platz in der Aachener Innenstadt erhalten: direkt vor der Mayerschen Buchhandlung.

„Es gibt momentan kein regional wichtigeres Thema“, meint der Inhaber der Buchhandlung Hartmut Falter. Deshalb freut es ihn besonders, dass das Protestzeichen direkt am Eingang des Geschäfts stehe. „Es gibt dem Bürger die Gelegenheit, selbst Hand anzulegen“, erklärt er.

Wanderschaft

Dass die Hebelbewegungen innerhalb kürzester Zeit die 100.000er Marke überschritten haben, zeigt auf der einen Seite die Teilnahmebereitschaft der Aachener Bürger, auf der anderen aber auch die große Betroffenheit.

„Manche animiert der Hebel, ihn nicht nur einmal, sondern mehrfach zu ziehen“, hat Designer Lars Harmens schon beobachtet. Er hat die Säule gemeinsam mit Künstler Rolf Jägersberg entworfen.

Die „Aachener Säule“ wird ihren Standort vor der Mayerschen für rund drei Monate behalten, bevor sie dann wieder auf Wanderschaft geht. Ihr nächstes Ziel: die Stadtbezirke.

Mittlerweile sind eine ganze Reihe solcher „Tihange-Aus“-Säulen überall in der Städteregion Aachen verteilt: in Simmerath, Monschau, Roetgen, Würselen, Baesweiler, Heerlen und Herzogenrath.

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