Parteitag am Samstag: Mathias Dopatka will an die Spitze der Aachener SPD

Parteitag am Samstag : Mathias Dopatka will an die Spitze der Aachener SPD

Beachtliche Kampfbereitschaft hat der Mann fraglos bereits bewiesen. Als Verdi-Gewerkschaftssekretär im Ringen um die Prozente in Sachen Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst hatte Mathias Dopatka das Megafon über Wochen quasi ständig in Greifweite.

Auch bei den jüngsten heftigen Scharmützeln um die verkaufsoffenen Sonntage in Aachen hat er sich ziemlich unerschrocken und lautstark durchgesetzt. Der Unterbezirksparteitag der Aachener SPD am kommenden Samstag (ab 10 Uhr in den Kurpark-Terrassen) dürfte für den 36-Jährigen dagegen vergleichsweise stressfrei über die politische Bühne gehen — darauf deutet jedenfalls alles hin. Dopatka gilt für die Nachfolge von Karl Schultheis im Amt des örtlichen Parteivorsitzenden als gesetzt. Grund genug für beide, in Sachen Toppersonalie in die Offensive zu gehen.

„Ein guter Zeitpunkt“

„Nach fast einem Vierteljahrhundert ist für mich jetzt ein sehr guter Zeitpunkt, die Parteiführung in jüngere Hände zu geben“, erklärte Schultheis am Freitag. „Und ich bin froh, dass mein Vorschlag, Mathias Dopatkas Kandidatur zu unterstützen, sowohl im SPD-Vorstand als auch in sämtlichen Ortsvereinen einstimmig angenommen worden ist.“

Schließlich hat Dopatka, studierter Wirtschaftsgeograf, Politologe und Volkswirt und seit vier Jahren Vizevorsitzender der SPD, auch im politischen Tagesgeschäft reichlich Erfahrung aufzuweisen. Bis 2010 engagierte er sich als Vorsitzender der Aachener Jusos, seit 2009 steht er an der Spitze des SPD-Ortsvereins Aachen-Ost. Von 2009 bis 2012 gehörte er dem Stadtrat an, vertrat die Fraktion dort auch als schulpolitischer Sprecher. Als er den Sessel des hauptamtlichen Gewerkschaftssekretärs bei Verdi übernahm, gab er sein Ratsmandat (bis auf Weiteres) zurück.

Ob er — mit Blick auf die nächste Kommunalwahl 2020 — auch einen politischen Profi-Posten auf höchster städtischer Ebene anstrebt, lässt er indes offen. Sein (potenzieller) Vorgänger im Amt des Parteichefs scheiterte 2009 im Rennen um den OB-Posten knapp. „Es gibt mit Sicherheit eine ganze Reihe anderer Personen in der Partei, die für die Kandidatur als Oberbürgermeister ebenso gut infrage kämen“, sagt Dopatka.

Schließlich habe man es unter Schultheis‘ Führung allemal geschafft, jüngere und ältere Genossen gleichermaßen intensiv in die internen Entscheidungs- und Personalprozesse einzubinden: „Die Durchmischung der Generationen ist hervorragend.“ Mit derzeit 1640 Mitgliedern sei die SPD vergleichsweise gut aufgestellt — nach der politischen Achterbahnfahrt im Gefolge des grandios inthronisierten und ebenso gescheiterten Bundesvorsitzenden Schulz habe der Unterbezirk in den vergangenen zwei Jahren unterm Strich immerhin 200 neue Mitglieder verzeichnet.

Wohnen und Sicherheit im Blick

Jetzt gelte es, die inhaltliche Arbeit mit der Basis konsequent fortzuführen: Schaffung von neuem Wohnraum, mehr Sicherheit insbesondere mit Blick auf die derzeit heftig kritisierten Zustände am Bushof — inklusive Einrichtung einer gemeinsamen Wache von Polizei und Ordnungsamt in unmittelbarer Nähe —, konsequentes Umsteuern in Sachen umweltfreundliche Mobilität, so kennzeichnet der Kandidat einige seiner wichtigsten Ziele.

„Und ich weiß, dass ich auch weiterhin auf den engagierten Rat von Karl Schultheis bauen kann“, betont er schließlich. Denn auch die Bündelung der Parteikräfte auf allen politischen Ebenen sehe er als entscheidende Herausforderung an.

Schultheis, 65, SPD-Mitglied seit 1969, will sich nun freilich weiterhin auch auf seine Arbeit als Landtagsabgeordneter und Ratsherr konzentrieren. Ihm dürfte nach 24 Jahren im Amt des Parteichefs am kommenden Samstag der Applaus der Basis auf alle Fälle bereits sicher sein.

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