Massive Beschädigungen an Velocity-Standorten in Aachen

Vandalismus an E-Bikes : Fahrräder gestohlen, Ladestationen zerstört

180 Elektroräder sind eigentlich für Velocity in Aachen unterwegs. Eigentlich. Momentan sind 35 der Fahrräder kaputt. Das Unternehmen hat seit dem Wochenende massive Probleme durch Vandalismus – vor allem im Ostviertel.

„Es ist wirklich erschütternd. So eine Gewalt haben wir noch nie erlebt, und damit hätten wir auch niemals gerechnet.“ Florian Zintzen, Projektmanager bei Velocity in Aachen, ist fassungslos. Seit Samstag hat das Unternehmen mit Sitz an der Kockerellstraße große Schwierigkeiten durch Vandalismus. Mehr als ein Sechstel der Elektrofahrräder, die das Unternehmen im Umlauf hat, ist kaputt. Vor allem im Ostviertel, aber auch im Jakobsviertel, haben Unbekannte die Räder aus den Stationen herausgebrochen und damit illegale Spritztouren gemacht.

Wie Zintzen erklärt, seien mechanische Komponenten, mit denen die Räder an den Stationen angeschlossen werden können, zerbrochen worden. Wie groß der Schaden ist, kann derzeit noch niemand sagen: „Teilweise sind die Räder noch bei der Polizei, wir konnten sie also noch gar nicht alle begutachten“, erklärt Zintzen. Selbstverständlich sei man darum bemüht, die Räder schnellstmöglich wieder flott zu machen und den Kunden zur Verfügung zu stellen. „Wenn die Vandalismus-Serie aber nicht abreißt, dann wird das nicht viel bringen“, räumt er ein. Vom Netz genommen sind derzeit die Stationen Kennedypark, Bahnhof Rothe Erde, Guter Freund, Josefskirche und Mörgensstraße/Annastraße.

Zumindest in einem Fall hat die Polizei schon einen Übeltäter gefasst: In der Nacht von Montag auf Dienstag hatte sich ein 26-jähriger, polizeilich bekannter Mann an der Ladestation am St.-Josefs-Platz zu schaffen gemacht. Ein aufmerksamer Anwohner, der sofort die Polizei gerufen hatte, schilderte den Beamten, dass der Dieb das Bike mit voller Wucht aus der Ladehalterung gerissen habe und dann geflüchtet sei. „Die Verfolgung des Täters durch die Polizei auf dem Adalbertsteinweg gestaltete sich problemlos“, erklärt Paul Kemen, Sprecher der Polizei. Denn trotz einer sichtbar erkennbaren Kraftanstrengung sei der Dieb nicht in der Lage gewesen, die Vorteile eines E-Bikes, weniger Kraftaufwand und doch schnell, voll auszunutzen. „Das lag daran, dass er beim gewaltsamen Herausreißen des Rades aus der Ladestation die Batterie gleich mit abgerissen hatte und somit der Akku-unterstützte Vortrieb des Rades entfiel.“

Bei Velocity indes ist man sich sicher, dass das nicht das Werk eines einzelnen Mannes sein kann. Dafür seien die Schäden einfach zu massiv. „Wir bitten daher die Bevölkerung um Hilfe“, sagt Florian Zintzen. Wenn Passanten oder Anwohner mitbekommen, dass jemand sich im Umfeld der Stationen auffällig verhält, sollen sie sofort die Polizei anrufen „und am besten auch beschreiben, in welche Richtung der Übeltäter sich mit unserem Rad davon gemacht hat“, so Zintzen.

Wenn jemand irgendwo im Stadtgebiet Velocity-Räder findet, wo sie nicht hingehören, beispielsweise im Straßengraben, dann bittet das Unternehmen darum, informiert zu werden- Erreichbar ist Velocity telefonisch unter 0241/ 565 282 48 oder per E-Mail an info@velocity-aachen.de.

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