Aachen: Massentierhaltung: Protest mit dem „Grunz-Mobil“

Aachen : Massentierhaltung: Protest mit dem „Grunz-Mobil“

„Etwa 80 Prozent der Menschen sind gegen Massentierhaltung“, sagt Carsten Halmanseder von der Albert-Schweitzer-Stiftung, „aber trotzdem kaufen sie die so erzeugten Produkte.“ Mit dem „Grunz-Mobil“ wollten er und seine Mitstreiter jetzt am Kugelbrunnen auf die seiner Meinung nach „unhaltbaren Zustände“ in der Schweinezucht hinweisen.

„Laut EU-Richtlinien steht den Tieren ein ‚angenehmer Liegebereich‘ zu“, erklärt Halmanseder. Doch dass die Realität anders aussieht, zeigen die Bilder, die auf der Leinwand des „Grunz-Mobils“ abgespielt werden. Die Schweine stehen auf harten Betonböden mit Spalten, durch die Kot und Urin abfließen. Die Ausdünstungen seien ebenso ein Problem wie der harte Boden, der immer wieder zu Entzündungen an den Klauen führe, sagt Halmanseder. „Der rechtliche Schutz von Schweinen ist schon äußerst schwach, dass aber selbst die Mindeststandards unterschritten werden ist ein Skandal“, moniert er.

Kaufverhalten entscheidet

Mit dem fünf Meter hohen „Grunz-Mobil“ will die Albert-Schweitzer-Stiftung die Menschen inspirieren, über die eigene Ernährung nachzudenken. „Sie sollen auf ihrem eigenen Teller protestieren“, sagt Halmanseder. Und die „Vegan Taste Week“ zeige, wie das geht. So konnten die Passanten sich mit ihrer E-Mail-Adresse auf einer Liste eintragen: Sie bekommen dann eine Woche lang jeden Tag Einkaufstipps und Hintergrundinformationen zur veganen Ernährung.

Laut Christiane Großklaus vom „Grunz-Mobil“ ist es leicht, die Leute zum Mitmachen zu bewegen. „Die meisten sind sowieso gegen Massentierhaltung“, sagt sie. Sie seien sich nur manchmal nicht bewusst, dass ihr eigenes Kaufverhalten auch dazu beitrage.

„Dabei bietet die Industrie zunehmend auch vegane Produkte“, meint Halmanseder. Die Menschen müssten nun nur noch verstärkt darauf zurückgreifen. Und genau dafür will das „Grunz-Mobil“ werben. Es fährt derzeit kreuz und quer durch Deutschland, um die Menschen für vegane Ernährung zu begeistern. Allein in Köln habe man 700 Mitstreiter für die „Vegan Taste Week“ finden können, so Halmanseder.

Die Albert-Schweitzer-Stiftung setzt sich seit dem Jahr 2000 gegen die Massentierhaltung ein und hält dabei das Gedenken an Albert Schweitzer hoch, der aus ethischen Gründen selbst Vegetarier war.

Eine kleine Broschüre gibt unter anderem Infos zur veganen Ernährung. „Selbst wenn Sie Fleisch mögen, können sie Teil des Wandels werden, der Tierschutz mit Genuss vereint“, heißt es auf dem Deckblatt. Und auf der Internetseite www.vegan-taste-week.de finden sich weitere Infos zur veganen Testwoche.

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