Markus Matzerath kandidiert für die AfD

Die Städteregionsrats-Kandidaten (2): Matzerath fordert mehr Sicherheit und mehr Geld für die Kommunen

Oberste Priorität hat für Markus Matzerath, dass  die Städteregion mehr für die Bürger leistet und Transparenz zeigt. Das betont er im Gespräch mit unserer Redaktion mehrmals. Seiner Partei sieht er mangelnde Transparenz eher nach.

Die Alternative für Deutschland (AfD) hat den 47-jährigen Alsdorfer Stadtverordneten unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu ihrem Kandidaten für die Städteregionsratswahl bestimmt.

Die Presse wird zu ihren Parteitagen nicht eingeladen, Veranstaltungen werden nicht öffentlich angekündigt. So ist es schwierig, sich ein Bild von der Partei zu machen, für die Markus Matzerath unter anderem als stellvertretender Kreisverbandssprecher aktiv ist und zur Wahl antritt.

„Ich bezeichne mich als Mitglied der Partei der bürgerlichen Mitte“, erklärt Matzerath. Von daher habe er kein Problem damit zu sagen, dass er seit fünf Jahren Mitglied der AfD sei. Nur wenige Wochen nach deren Gründung auf Bundesebene ist er Mitglied geworden. Ausschlaggebend sei damals für ihn gewesen, dass die AfD gegen die Politik der EU zur Rettung Griechenlands mit Milliarden-Krediten  eingetreten sei. Zuvor war Markus Matzerath in der SPD gewesen.

Noch in der Findungsphase

An Infoständen werde er natürlich immer wieder auf das Verhältnis der AfD zum Rechtsextremismus angesprochen. Er erkläre dann, dass er in der Partei sei, um das Land für die Bürger zu verbessern. Und in seinem parteinahen Kreis kenne er niemanden, „der mit Springerstiefeln rumläuft“. Er sei auch nicht mit allem einverstanden, was AfD-Politiker sagen. Mit Rechtsradikalen möchte er nichts zu tun haben, sagt Matzerath und fügt hinzu: „Wir sind erst fünf Jahre alt als Partei. Ich denke, dass wir uns noch in der Findungsphase befinden.“

AfD-Kandidat Markus Matzerath im Fragenhagel

Anfangs sei die AfD für kurze Zeit eine Ein-Thema-Partei gewesen. Stichwort: Austritt aus dem Euro. Doch inzwischen seien viele andere Themen dazugekommen. „Ich sehe uns als starke Konkurrenz der etablierten Parteien“, sagt Markus Matzerath. Und das meint er auch mit Blick auf die Städteregion. Ganz oben steht da für ihn das Thema Sicherheit. Er höre immer wieder, dass Menschen sich im Dunkeln nicht mehr vor die Tür trauen. Der Städteregionsrat dürfe nicht nur mehr Polizei fordern, sondern müsse auch darauf hinwirken, dass die kommunalen Ordnungsämter mehr Präsenzstreifen einrichten, sagt Markus Matzerath, der seit 29 Jahren als Beamter bei der Bundespolizei, dem früheren Bundesgrenzschutz, arbeitet.

Geld wäre ausreichend vorhanden, wenn die Kommunen nicht für ausreisepflichtige Flüchtlinge aufkommen müssten, meint er, und Abschiebungen müssten konsequenter umgesetzt werden. Die städteregionale Ausländerbehörde müsse das bei Bund und Land ansprechen. Dass die weitaus meisten abgelehnten Asylbewerber eine Duldung haben, also gar nicht abgeschoben werden dürfen, erwähnt Matzerath am Rande.

Um die Finanzlage der Städteregion und ihrer Kommunen zu verbessern, müsse man überlegen,  ob es Wege gibt, diese und auch die Hochschulen an den Gewinnen zu beteiligen, die Forscher in der Region durch ihre Patente erzielen. Schließlich profitierten die Wissenschaftler von der Infrastruktur, die hier vorhanden sei. Den Tourismus kann man laut Markus Matzerath ankurbeln, indem die Eifel und Aachen gezielt auf den chinesischen Markt zugehen.

Die belgischen Atommeiler in Tihange und Doel müssen nach Ansicht von Markus Matzerath auf jeden Fall abgeschaltet werden. Und eine große Katastrophenschutzübung müsse durchgeführt werden, schließlich müssten die Menschen wissen, wie sie sich im Falle eines Falles verhalten müssen. Die Braunkohle ist für Matzerath „derzeit noch unverzichtbar“. Ihn ärgere, dass die Rettung des Hambacher Forstes ein Riesenthema sei, dass aber „kein Aktivist da ist, wenn Zehntausende Quadratmeter Aachener Wald für den Bau von Windrädern abgeholzt werden“.

Der Förderturm als Symbol

Nicht von ungefähr trifft sich Matzerath am Förderturm in Alsdorf zum Gespräch mit unserer Zeitung: Der Förderturm sei einerseits Symbol dafür, dass die Städteregion der Kohle viel zu verdanken habe; andererseits symbolisiere er ein Stück seiner eigenen Geschichte. Markus Matzerath stammt aus einer Bergarbeiterfamilie und hat eine Ausbildung zum Bergmechaniker auf Sophia-Jacoba in Hückelhoven gemacht.

Die Vorstellung, als Städteregionsrat Chef einer Behörde mit mehr als 2000 Beschäftigten zu werden, schreckt den dreifachen Vater und zweifachen Großvater nicht. Wie eine Behörde tickt, wisse er nach 29 Jahren als Beamter. Zudem stünden dem Hautverwaltungsbeamten mehrere Dezernenten zur Seite. „Ich denke, man kann sich in den ersten 100 Tagen in alles einlesen.“

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