Aachen: Mark Twain: Spötter zwischen Humor und Bitterkeit

Aachen: Mark Twain: Spötter zwischen Humor und Bitterkeit

Samuel Langhorne Clemens (1835-1910) war in seiner bewegten Jugend Setzerlehrling, Lotse auf dem Mississippi, Goldgräber und Reporter. Besser bekannt ist er unter dem Namen Mark Twain - ja genau der, dem wir die Abenteuer um die beiden Burschen Tom Sawyer und Huckleberry Finn verdanken.

Berühmt wurde der scharfzüngige Gesellschaftskritiker mit dem klugen Humor jedoch auch durch seine satirischen Reiseberichte und Skizzen wie „Die Arglosen auf Reisen”, „Bummel durch Europa” oder „Leben auf dem Mississippi”.

Anlässlich seines 175. Geburtstages und gleichzeitig des 100. Todesjahres von Mark Twain, der übrigens perfekt Deutsch sprach, bringt das Aachener Theater K in der Bastei eine Hommage an den großen Spötter, dessen Humor später einem bitteren Pessimismus wich.

Die Schauspielerin Anush Manukian hat viele Bücher und unzählige Seiten durchforstet und gelesen, bis sie ihre Auswahl treffen konnte. Manukian hat keine Scheu davor, als Frau eine Berühmtheit männlichen Geschlechts zu verkörpern, und zwar so überzeugend wie möglich: „It´s himself!”

Von Musik begleitet

In einem sargähnlichen Sessel lagernd, macht sich die großartige Mimin - jetzt mit weißem Haar - recht gut als Mark Twain. „Die Nachrichten über meinen Tod sind stark übertrieben”, schrieb der Schriftsteller in einer Glosse. Und zwar als Reaktion auf einen (verfrühten) Nachruf in der damaligen Presse.

„Die Texte sind wunderbar spiel- und sprechbar”, verspricht Manukian und verweist auf angenehme Musikbegleitung. Die „Szenische Lesung” soll unterhaltsam und witzig im Foyer Rouge erfreuen, „ohne das Bittere auszusparen”. Dauer etwa 100 Minuten plus Pause.

Die Premiere von „Die Nachrichten über meinen Tod sind stark übertrieben” mit Anush Manukian ist am Dienstag, 9. November, im Theater K in der Bastei, Ludwigsallee 139. Beginn ist um 20 Uhr.

Weitere Vorstellungen folgen am 16., 23. und 30. November sowie im Januar. Telefonische Reservierungen sind unter 0241/151155 möglich.

Mehr von Aachener Nachrichten