Aachen: Marienhospital bekommt neues Ultraschallgerät zum Prothesenwechsel

Aachen : Marienhospital bekommt neues Ultraschallgerät zum Prothesenwechsel

Rund 440.000 Knie- und Hüftprothesen-Operationen gibt es jährlich in Deutschland. Zehn Prozent davon sind sogenannte Wechseloperationen, bei denen beispielsweise aufgrund einer Sepsis ein künstliches Gelenk ausgetauscht wird. Damit das schneller geht als bisher, hat das Marienhospital in Burtscheid ein neues Ultraschallgerät zum schonenden Prothesenwechsel bekommen.

Die Finanzierung des rund 32.000 Euro teuren Apparats hat der Förderverein der Katholischen Stiftung Marienhospital, der in diesem Jahr 20-jähriges Bestehen feiert, übernommen.

„Bei 30 Prozent der Prothesen ist mit Knochenzement gearbeitet worden“, sagt Dr. Thomas Quandel, seit vergangenem April Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin am Marienhospital. Wenn diese Prothesen wegen einer Lockerung des Implantats, wegen Brüchen in der Nähe der Prothese oder wegen einer Infektion erneuert werden müssen, geht das entweder mit einem Meißel und viel Zeit — oder mit dem neuen Ultraschallgerät.

Große Zeitersparnis

Der Ultraschall sorgt dafür, dass der Zement wieder aufweicht, bis er eine kaugummiartige Konsistenz hat, und viel leichter zu entfernen ist. „Bei einer Operation kann das zu einer Zeitersparnis von einer bis zu anderthalb Stunden führen, und das bedeutet auch eine Stunde weniger Narkose“, sagt Thomas Quandel, der auch an seiner alten Wirkungsstätte in Bonn mit dem Ultraschallgerät gearbeitet hat. Gerade bei älteren Patienten könne das wichtig sein. Und nicht nur wegen der Zeitersparnis sei der Apparat ein großer Vorteil für den Patienten, sondern auch, weil er gewebe- und knochenschonend arbeite.

„Die Spitze wird zwar bis zu 98 Grad heiß“, erklärt Jörg Seiler von der Herstellerfirma Endocon, „doch wenn man dem eigentlichen Knochen oder anderem Gewebe zu nahe kommt, reguliert Oscar die Temperatur oder gibt ein Warnsignal an den Operateur.“ Oscar ist der Name des Geräts, über das sich am Marienhospital nicht bloß Thomas Quandel freut.

„Seit Beginn der Tätigkeit von Thomas Quandel sind wir zu einem der führenden Zentren der Endoprothetik geworden“, sagt Benjamin Michael Koch, Vorstand der Katholischen Stiftung Marienhospital Aachen. Neben dem Krankenhaus in Burtscheid führen noch das Universitätsklinikum und das Rhein Maas Klinikum in Würselen solche Operationen durch. „Ich denke, dass sich solche Investitionen nur dann lohnen, wenn man als Haus mehr als bloß drei Eingriffe im Jahr durchführt“, sagt Koch.

Denn insgesamt müsse man bei einer solchen Abteilung mit Investitionen von rund 200.000 Euro rechnen. „Da die Mittel, die uns von öffentlicher Hand aus zur Verfügung gestellt werden, begrenzt sind, sind wir sehr froh über die Unterstützung unseres Fördervereins. Dass dieser gerade im Jahr des 20-jährigen Bestehens Wert darauf gelegt habe, eine nachhaltige Spende an das Hospital zu übergeben, erklären Fördervereinsvorsitzender Andreas Lorens und sein Stellvertreter Rolf-Leonhard Haugrund.

Die drei Eingriffe haben Thomas Quandel und sein Team schon längst erreicht: Am Montag wurde bereits der 23. Patient operiert. „Ich denke, dass wir insgesamt rund 120 Operationen im Jahr durchführen werden.“

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