Marias Kleiderschrank in der Domschatzkammer Aachen

Domschatzkammer : Mutter Marias faszinierender Kleiderschrank

Bei der aktuellen Ausstellung in der Domschatzkammer gibt es außergewöhnliche Exponate zu sehen: 144 Gewänder, Schmuck und Accessoires des Gnadenbilds der Gottesmutter aus dem Aachener Dom.

Maria öffnet ihren Kleiderschrank und zeigt 144 ausgewählte Exponate. Gewänder aus dem 17. Jahrhundert, Schmuck und Accessoires aus dem 19. Jahrhundert: Bei der aktuellen Ausstellung „Marias Kleiderschrank“ wird der Schatz des Gnadenbildes den Besuchern der Domschatzkammer Aachen präsentiert. Manch ein ausgestelltes Exponat kann hier zum ersten Mal seit Jahrzehnten von der Öffentlichkeit bewundert werden.

Dr. Birgitta Falk, Leiterin der Domschatzkammer Aachen, erklärte die Hintergründe: „Das Aachener Gnadenbild ist die geschnitzte und farbig bemalte Marienfigur mit Jesuskind, die neben dem Hauptaltar des Doms steht. Im Laufe der Jahrhunderte haben Gläubige Textilien, Gewänder, Schleier, Schmuck aller Art und weitere Kostbarkeiten aus Dankbarkeit oder als Opfergabe der Marienfigur geschenkt.“ Der „Schatz“ des Gnadenbildes wuchs auf diesem Wege zu einer großen Sammlung an.

„Rund 16 Mal im Jahr werden die Figuren, dem kirchlichen Jahreskreis und lokalen Traditionen folgend, neu bekleidet, gekrönt und geschmückt“, erläuterte Dompropst Manfred von Holtum. „Viele der 43 Kleiderpaare für Mutter und Kind sind mittlerweile angegriffen oder einfach zu empfindlich für den ständigen Gebrauch. Diese werden dauerhaft im Magazin aufbewahrt. Einige dieser Gewänder können in der Ausstellung nun seit Jahrzehnten erstmals wieder bewundert werden. Dies hat nicht nur einen großen kunst-historischen Wert sondern auch einen spirituellen.“

Stoffe, Farbe, Stickereien

Die ausgestellten Gewänder zeigen unterschiedliche Stoffe, Farben, Stickereien sowie Schmucksteine und werden zwischen dem 17. und dem 21. Jahrhundert datiert. Schmuck aus fernen Ländern, Accessoires, Votivgaben und andere kostbare Höhepunkte aus dem „Schatz“ des Gnadenbildes sind in den Vitrinen des Ausstellungskabinetts im Obergeschoss der Domschatzkammer zu bestaunen.

„Wir haben versucht, so viele Exponate wie möglich auszustellen, die sonst für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Natürlich haben wir noch vieles mehr, doch der Platz ist begrenzt“, sagte Falk. Für die Zukunft sei ein Katalog geplant, der den vollständigen Schatz abbilden soll, verrieten die Verantwortlichen.

Die aktuelle Ausstellung ist bis Sonntag, 16. Dezember, zu den gewohnten Öffnungszeiten der Domschatzkammer, montags von 10 bis 14 Uhr und dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, zu sehen. Der Eintritt kostet fünf Euro, ermäßigt vier Euro.

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