Forst: „Mann mit roter Jacke und rotem Hut“: Flüchtlingshelfer Schmitt geehrt

Forst : „Mann mit roter Jacke und rotem Hut“: Flüchtlingshelfer Schmitt geehrt

Proppenvoll war der Saalbau Kommer beim Neujahrsempfang 2017 der Interessengemeinschaft (IG) Forster Vereine. Die 18 Mitgliedervereine hatten ihre Abordnungen entsandt und 40 Gäste nahmen daran teil, die sich seit September 2015 als ehrenamtliche Mitstreiter Flüchtlinge in der Körnerkaserne gekümmert haben.

Doch einer von ihnen stand im Mittelpunkt: Oberst a.D. Richard Schmitt. Denn er erhielt die Leo-Schumacher-Medaille. In Forst ist Richard Schmitt bekannt durch sein unermüdliches Schaffen in der Pfarre St. Katharina, sagte Pfarrer Martin Obrigkat als Sprecher des Kuratoriums in seiner Laudatio. Er sei durch sein Engagement als „Mann mit roter Jacke und rotem Hut“ zum Begriff geworden.

Mit der Auszeichnung solle nun sein Engagement beim Aufbau der Flüchtlingshilfe, bei der Einrichtung der Flüchtlingsunterkunft in der Körnerkaserne, bei der Suche nach ehrenamtlichen Helfern sowie bei der Organisation vielfältiger Angebote für die Flüchtlinge gewürdigt, hieß es in der Laudatio.

„Welch ein Glücksfall“

Es seien nur wenige Tage im September 2015 gewesen sein, um eine Struktur für die Flüchtlingsaufnahme aufzubauen. „Müde, direkt aus Budapest mit dem Zug und dem Bus nach Aachen gekommen, waren es in kürzester Zeit 150 Personen“, erinnerte Pfarrer Obrigkat an diese Zeit. Der Alltag war zu organisieren, die Essenausgabe, Kleidung, Kennenlernen der neuen Umgebung, Kontakte und Freizeitgestaltung, wie auch erstes Deutschlernen.

Richard Schmitt sei als Soldat gelernter Logistiker und Organisator gewesen, er kannte sich aus. „Welch ein Glücksfall, dass Du die Organisation übernahmst“, betonte Obrigkat, bevor der 1. Vorsitzende der IG Forster Vereine, Rudi Moos, unter großem Beifall Richard Schmitt die Urkunde zur Verleihung der Leo-Schumacher-Medaille überreichte.

„Ich bin zwar kein Forster, sondern ein Brander. Darum gehöre ich eigentlich hier gar nicht rein. Aber nach dieser Laudatio denke ich, stimmt es vielleicht doch“, fasste der Geehrte seine Dankesworte kurz zusammen.

Das Rahmenprogramm des Empfangs trug deutlich die Handschrift von Rudi Moos und verriet seine künstlerischen Ambitionen. Sechs kleine Heilige Könige aus der Pfarre St. Katharina sangen ihr Lied vom „Stern über Bethlehem“ und sammelten Spenden für die Partnergemeinde ihrer Pfarre in Indien.

Mit sensiblem Spiel auf dem Keyboard faszinierte Ursula Waroscheck mit Werken von Chopin und Gershwin. Ihr folgte die Streicherklasse der Grundschule Schönforst. Die talentierten Kinder der 2. bis 4. Klasse ernteten für das makellose Spiel vom Tango bis zur Europa-Hymne Bravorufe. Rudi Moos überreichte Schulleiterin Lea Hütten einen Spendenscheck der IG über 1200 Euro für die Klasse.

(tis)