Aachen/Eschweiler: Mann (55) soll Mädchen über 170 Mal missbraucht haben

Aachen/Eschweiler: Mann (55) soll Mädchen über 170 Mal missbraucht haben

Wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes muss sich der 55-jährige Michael W. aus Eschweiler seit Freitag vor der 5. Großen Strafkammer des Aachener Landgerichts verantworten. Er soll die 1996 geborene Tochter einer ihm bekannten Familie bis 2011 regelmäßig an Wochenenden missbraucht haben.

Laut Anklageschrift, die zu Beginn der Verhandlung verlesen wurde, sollen die Übergriffe bereits 2004 begonnen haben, als das Mädchen erst acht Jahre alt war. Es habe damit angefangen, dass der Mann dem Mädchen Pornofilme „von etwa 30 Sekunden Länge“ auf dem Computer vorspielte. Darauf waren bestimmte sexuelle Praktiken zu sehen, hieß es in der Anklageschrift. Das habe er so geplant, um das Kind an diese Dinge „zu gewöhnen“.

Denn die Übergriffe nahmen in der Folgezeit an Intensitiät zu. Insgesamt sind 171 Fälle von schwerem sexuellen Missbrauch angeklagt. Etwa fünf Fälle fallen in die Zeit, als das Kind noch keine 14 Jahre alt war. Der Angeklagte äußerte sich zunächst auf Anraten seines Verteidigers Peter Schäfer nicht zu den Vorwürfen.

Anwalt Schäfer beantragte zunächst die Aussetzung des Verfahrens, weil er ein jugendpsychologisches Gutachten in Bezug auf die Feststellungen einholen wolle, das heute 17-jährige Mädchen sei wegen der Vorfälle depressiv geworden.

Dem entgegnete die Vertreterin der Nebenklage, sie habe entsprechende Bescheinigungen der Aachener Uniklinik vorliegen, die genau dies bestätigten.

Der Prozess wird am kommenden Montag fortgesetzt.

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