Aachen: Malteserkeller: Auch nach 50 Jahren immer auf der Höhe

Aachen: Malteserkeller: Auch nach 50 Jahren immer auf der Höhe

Grönemeyer war da, Niedecken auch, und natürlich Jazz-Größen wie Art Blakey und Chet Baker. Der Malteserkeller feiert sein 50-jähriges Bestehen - und ist doch ganz und gar nicht alt geworden: Wo schon Mitte des vergangenen Jahrhunderts junge Studenten modernem Jazz lauschten, trifft sich noch immer die hippe Jugend.

Begonnen hat alles 1957 mit der Eröffnung des „Jazzkellers” durch den späteren Jazz-Impresario Robert Wenseler und eine Handvoll Studenten. Schnell entwickelte sich der Malteserkeller zu einer der angesagtesten Live-Clubs in der Kaiserstadt.

Einer, der sich sich noch gut an vergangene Zeiten erinnert, ist Reinhold Knieps. Von 1978 bis 1983 und während der neunziger Jahre veranstaltete der heute 54-Jährige die Konzerte im Malteserkeller. Knieps war es, der große Namen wie Chet Baker und Albert Mangelsdorff in den Aachener Szene-Club holte.

Als Herbert Grönemeyer 1977 Station in Aachen machte, war der junge Mann noch gänzlich unbekannt. Erinnern kann sich Knieps jedenfalls nicht an den späteren Star. Aber an Wolfgang Niedecken, der ein Jahr später im Malteserkeller auftrat: „Das war eines seiner ersten Konzerte außerhalb von Köln”, berichtet Knieps ein wenig stolz. Hier lernte Niedecken seinen späteren BAP-Kollegen Klaus „Major” Häuser kennen, der damals in Aachen lebte.

Für die heutige Vorsitzende - der Malteserkeller ist seit jeher vereinsmäßig organisiert - spielt die Vergangenheit jedoch eine eher untergeordnete Rolle. „Wir wollen mit der Zeit gehen”, sagt Wiltrud Kirfel, „und den jungen Leuten zeigen, dass der Keller kein Relikt aus den Fünfzigern ist.”

Was macht denn den Malteserkeller heutzutage aus? „Vielseitigkeit!”, kommt es wie aus der Pistole geschossen. Mittlerweile locke Jazz nicht mehr so viele hinterm Ofen hervor. So stehe nun alles auf dem Programm, was gefragt sei: Junge Elektropop-Gruppen ebenso wie Soul, Rock, Blues oder auch szenische Lesungen.

Wie damals sei auch heute die Studentenschaft intensiv in die Programmgestaltung eingebunden: Immer wieder veranstalte etwa das Hochschulradio Keller-Konzerte und sorge so für frische Ideen. Die Vorsitzende: „Wir fühlen uns der RWTH noch immer sehr verbunden.”

Für die Zukunft wünscht sich Wiltrud Kirfel vor allem „junge, engagierte Mitglieder mit einem Faible für Kultur.” In Zeiten von Studiengebühren und einem hart umkämpften Arbeitsmarkt seien immer weniger junge Leute für die ehrenamtliche Arbeit zu haben. Doch genau sie sind das Erfolgs- und Überlebensrezept für die junggebliebene Institution im Pontviertel. Kaum vorstellbar, dass der Malteserkeller nicht noch einmal 50 Jahre schaffen sollte.

Zum 50. Geburtstag gibt es mehrere Jubiläumskonzerte im Malteserkeller: Freitag, 26. Oktober, 21 Uhr: TUF-Band (Hausfrauen-Reggae und Handwerker-Comedy mit der Kult-Band aus Aachen). Samstag, 27. Oktober, 21 Uhr: Große 50-Jahr-Feier mit sehr namhaften „alten Hasen” aus der Aachener Musikszene, die auch live aufspielen, und vielen Gratulanten. Sonntag, 28. Oktober, 15 Uhr: Jazz-Kaffee mit der Aachener Combo Vielsaitig. Mit dabei: Horst Bodden, der bereits vor 50 Jahren im Malteserkeller spielte.

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