Aachen: Malerei und Skulpturen bei der regio iT in Aachen

Aachen : Malerei und Skulpturen bei der regio iT in Aachen

Wandlungsfähigkeit scheint eine der Haupteigenschaften von Gisela Engeln-Müllges zu sein, wie ihre Gemälde und ihre Metallskulpturen nahelegen. Obwohl sie eine spätberufene Künstlerin ist, hat sie in nur wenigen Jahren ein umfangreiches Oeuvre geschaffen, das Malerei und Skulptur umfasst.

Ihre Arbeiten schließen bewusst, dankbar und erweiternd an das Werk ihres langjährigen Lebensgefährten Professor Benno Werth an, der insbesondere mit seinem eigens entwickelten Gussverfahren für Metallskulpturen Maßstäbe gesetzt hat.

Schwarz-Weiß oder Schwarz-Weiß-Grau sind die meisten Bilder, die Gisela Engeln-Müllges malt, das Quadrat ist ihr liebstes Format. In der aktuellen Ausstellung bei der regio iT sind etliche, sehr verschiedene Arbeiten dieser Art zu sehen, unter anderem ein 1,20 mal 1,20 m großer „Äonen-Teppich“, der wie ein Schachbrett in 64 kleine Quadraträume aufgeteilt ist. Die Binnenstruktur bezieht sich auf das große Format, die Farbigkeit bleibt bei aller Spannung dank vieler Nuancen zwischen Schwarz und Weiß reduziert. Trotz der farblichen Zurückhaltung lebt das Bild von vielen Feinheiten, etwa einer zarten, hellen Lineatur über allen Feldern, die eine gewisse Dynamik in die Ruhe bringt.

„Immaginoso“ ist ebenfalls ein Gemälde, in dem es trotz aller farblichen Reduktion enorm viel zu entdecken gibt. Erst in diesem Jahr gemalt, verweist es auf typische Rakelspuren und -linien, in die mit dem Pinsel Landschaften und Figuren hineingemalt sind. Dabei geht es allerdings nicht um Wiedergabe, sondern Vorstellung von Natur, von Seelenlandschaften und Bildräumen, die dem Gemälde Tiefe geben und in denen die Augen und die Assoziationen spazieren gehen können.

Neben den Raumerkundungen in den Gemälden geht es Gisela Engeln-Müllges auch bei ihren Skulpturen um das Gestalten und Ausloten von Raumtiefen und -illusionen. Als Mathematikerin hat sie gelernt, in mehrdimensionalen Räumen zu denken und nutzt ihre Vorstellungskraft für immer kühnere Konstruktionen aus einem Guss, die sichtlich auf geometrischen Formen basieren oder wie architektonische Skylines wirken. Bisweilen scheint sie die Gesetze der Schwerkraft auszuhebeln, immer setzt sie auf das schimmernde Licht von hellem Aluminium, das den zarten Grautönen in ihren Gemälden nahekommt.

Trotz der relativ kurzen Zeit künstlerischen Schaffens ist es der Mathematik-Professorin und Hochschulpolitikerin gelungen, sich weitreichend im Kunstbetrieb bekanntzumachen und zu vernetzen, was Ausstellungen auch auf internationalen Kunstmessen wie etwa in Karlsruhe, Straßburg, Monaco und Budapest belegen.

Mit ihrer Ausstellung „Transformation“ folgt sie einer Einladung der regio iT Aachen, Lombardenstraße 24, und zeigt bis zum 6. Juli Werke auf zwei Etagen. Eine Anmeldung zur Besichtigung ist unbedingt erforderlich unter Telefon 0241/413590 oder an info@regioit.de.

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