Aachen: Mahnwache gegen Rassismus am Münsterplatz

Aachen: Mahnwache gegen Rassismus am Münsterplatz

Rund 50 Mitarbeiter, ehrenamtliche Helfer und Eltern aus Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) haben sich am Mittwoch am Münsterplatz getroffen, um mit einer Mahnwache ein Zeichen gegen den Rassismus zu setzen.

„Mit so viel Resonanz haben wir gar nicht gerechnet”, sagt Gabriele Niemann-Cremer, Geschäftsführerin der AWO Aachen-Stadt.

Sie und ihre Mitstreiter wollten Zivilcourage zeigen und schlossen sich einer bundesweiten Aktion der AWO an, bei der zum Internationalen Tag gegen Rassismus um fünf vor zwölf der Opfer rassistischer Morde der jüngsten Vergangenheit gedacht wurde.

„In den vergangenen Wochen und Monaten haben die abscheulichen, rassistisch motivierten Morde der rechtsextremen Gruppierungen ,Nationalsozialistischer Untergrund für Trauer und Entsetzen gesorgt. Unser Mitgefühl gilt den Familien und Freunden, die geliebte Menschen verloren haben”, wird Karl Schultheis, Vorsitzender des AWO-Kreisverbandes Aachen-Stadt, in einem Flugblatt zitiert, das die Teilnehmer der Mahnwache verteilten.

Aber die müssen nicht nur an die nationalen oder internationalen Vorkommnisse denken, um gegen den Rassismus mobil zu machen. „Das Thema ist gerade in unseren Begegnungsstätten präsent”, erzählt Niemann-Cremer. Dort werde das Thema Nationalsozialismus und das Unrecht, das vielen widerfahren sei, immer wieder aufgearbeitet. Darüber hinaus gebe es in den Kitas der Goerdeler Straße und der Sigmundstraße viele Familien mit ausländischer Herkunft.

Es könne nicht sein, das solche Eltern eine Ausgrenzung erfahren müssten, meint Niemann-Cremer. „Aufgrund eigener historischer Erfahrungen und unserer demokratischer Grundüberzeugung stellen wir uns gegen jede Vorstellung, die Menschen wegen ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe oder ihres Glaubens in vermeintlich minderwertige Gruppen einteilt und ausgrenzt”, sagt sie in dem Flugblatt.

Richtiger Weg

Sie ist überzeugt, dass eine Mahnwache der richtige Weg ist, für das Thema zu sensibilisieren und Nachahmer zu finden. Auch wenn ein Passant eher pessimistisch kommentierte: „Solche Probleme werden nicht auf der Straße gelöst.”