Aachen: Luisenhospital investiert in mehr Platz und neue Geräte

Aachen : Luisenhospital investiert in mehr Platz und neue Geräte

Ein erweiterter Operationsbereich mit Hybrid-OP, ein neues MRT-Gerät und personelle Neuigkeiten: Das Luisenhospital verändert derzeit sein Gesicht. Insgesamt acht Millionen Euro steckt der evangelische Krankenhausverein, der hinter dem 150 Jahre alten Haus steht, in die Bauprojekte und Neuanschaffungen.

„Die Baumaßnahmen sind an allen Ecken sichtbar, und wir werden von Patienten angesprochen, die die Vorgänge verfolgen“, sagt Luisenhospital-Vorstand Marco Plum, der unter anderem für das Immobilienmanagement zuständig ist und derzeit auch kommissarisch die Aufgaben seines Vorstandskollegen Werner Reiche übernommen hat.

Die größte Baustelle befindet sich wohl auf der Rückseite des Hauses in Richtung der Bahnschienen: Dort entsteht der neue OP-Flügel mit 300 zusätzlichen Quadratmetern Nutzfläche, wie Thomas Siebers, Leiter der Bauabteilung, erklärt. Auf großen Säulen, die bereits aufgestellt worden sind, werden die OP-Räume in Fertigbauweise, inklusive Steckdosen, Lampen und Waschbecken, einfach aufgesattelt. „Das hat schon etwas von Lego“, sagt Siebers und schmunzelt. Ziel dieser Art des Bauens sei es, die Unannehmlichkeiten für das Krankenhauspersonal und vor allem für die Patienten so gering wie möglich zu halten.

Das ist auch das Anliegen von Professor Dr. Axel Scherer, stellvertretender ärztlicher Leiter des Krankenhauses. „Ein zentrales Element des neuen Hybrid-OP wird ein Roboterarm sein, den wir beispielsweise während gefäßchirurgischer Eingriffe zur Bildgebung nutzen“, sagt er.

Dank des Roboterarms — ähnliche Modelle kennt man aus der Industrie — kann die Anlage flexibel um den Patienten positioniert werden, sodass innere Organe von allen Seiten betrachtet werden können, ohne dass die Ärzte bei ihrer Arbeit behindert werden. „Die Erkennbarkeit kleinerer Gefäße ist um bis zu 70 Prozent höher als bei herkömmlichen Röntgengeräten“, erläutert Dr. Ulrich Radtke, Chefarzt der Gefäßchirurgie.

Ebenfalls bald im Programm: ein neues MRT-Gerät für die Radiologie. „Die neue Technik ist deutlich leiser als bisher, was die Behandlung viel angenehmer für den Patienten macht“, sagt Scherer. Auch sei das Gerät leistungsfähiger und schneller .

„Wir sind stark gewachsen“, sagt Plum. Mehr Personal, mehr Patienten, mehr Zulauf an der hauseigenen Schule, wo unter anderem durch das Ausbilden von Pflegekräften und Hebammen dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden soll.

Viele Anfragen aus der Eifel

Apropos Hebammen: „Wir merken deutlich, dass es in anderen Häusern der Region personelle Probleme in der Geburtshilfe gibt“, erklärt Plum auf Nachfrage. Er spielt damit auf das St. Brigida-Krankenhaus in Simmerath an, wo die Geburtenstation vor dem Aus steht. Auch am Rhein-Maas-Klinikum in Würselen ist die Entbindungsstation immer noch wegen Personalmangels geschlossen. Viele werdende Eltern erkundigten sich jetzt beim Luisenhospital, so Plum. „Im vergangenen Jahr hatten wir etwa 1200 Geburten, was schon viel war. In diesem Jahr erwarten wir mehr als 1400 Geburten.“

Durch die Erweiterung der Geburtenstation vor ein paar Jahren sieht man sich aber gut aufgestellt. Auch aus diesem Grund hat das Hospital das „Forum Familie“ mit Hebammensprechstunde und einer Schreiambulanz gegründet, wo junge Eltern emotionale Unterstützung bekommen, wenn ihr Kind beispielsweise ein „Schreibaby“ sein sollte.

Größer und moderner soll auch der Treffpunkt Luise künftig werden, wo Kurse und Vorträge zur Gesundheitsförderung stattfinden: Dafür werden derzeit alte Garagengebäude entlang der Weberstraße komplett umgebaut.

Wandel in der Medizin begegnen

Zufrieden mit den Projekten zeigt sich Klaus Peters, Aufsichtsratsvorsitzender des Luisenhospitals. „Mit den laufenden Umbauarbeiten und den weiteren Planungen rund um das Luisenhospital werden wir dem Wandel in Medizin und Pflege gerecht.“

Bis Ende des Jahres sollen die neuen OP-Räume samt Gerätschaften in Betrieb genommen werden. Doch mit dem Umbau am Luisenhospital ist dann noch nicht Schluss: „Derzeit planen wir die Erweiterung unserer Schule“, sagt Thomas Siebers.