Aachen: Luisenhospital feiert 150. Geburtstag: „Das Interesse an Medizin wächst.“

Aachen : Luisenhospital feiert 150. Geburtstag: „Das Interesse an Medizin wächst.“

Mehr als 1400 Mitarbeiter, 30.000 Patienten pro Jahr: Es hat sich vieles getan seit der Gründung des Aachener Luisenhospitals im Jahre 1867. Anlässlich des 150. Geburtstags lädt das Krankenhaus am Samstag zum Tag der offenen Tür.

Das Jubiläum ist für das „Luisen“ jedoch nicht nur Anlass, seine Geschichte zu feiern, sondern sich auch mit der Gegenwart und der näheren Zukunft zu beschäftigen. Weiter als fünf Jahre könne man kaum planen, sagt Werner Reiche, Vorstandsvorsitzender des Evangelischen Krankenhausvereins, dem Träger des Luisenhospitals. Denn die Entwicklungen in der Medizin sind rasant.

Auch am Luisenhospital tut sich was: So ist für das für das kommende Jahr der Bau dreier neuer Operationssäle geplant. Die Anschaffung eines neuen MRT Kernspintomographen und einer Angio-Suite, einer Kombination eines OP-Saales mit einer modernen Röntgeneinrichtung, steht ebenfalls an. Doch für Werner Reiche sind, so erklärt er es im Gespräch mit den Nachrichten, nicht die Geräte und Räume wichtig, sondern die Menschen im Luisenhospital, die Patienten und Mitarbeiter.

Hoher Personalschlüssel

„Ich denke, dass sich unsere Mitarbeiter hier durchaus wohl fühlen“, sagt Reiche. Der Personalschlüssel sei beispielsweise im Pflegebereich höher als in anderen, kleinen Krankenhäusern. Als gemeinnütziger Verein muss das Krankenhaus nicht ganz so knapp kalkulieren wie andere Kliniken. „Das ist gut für den Patienten, aber auch für die Mitarbeiter selbst.“ Dennoch habe auch das Luisenhospital auch mit dem Thema Pflegenotstand zu tun. „Es wird langsam schwieriger, alle Stellen zu besetzen“, sagt Reiche.

Eine gute medizinische und pflegerische Betreuung ist aus seiner Sicht deshalb so wichtig, weil der direkte Kontakt zum Patienten in seinen Augen wesentlich zur Genesung beiträgt. Von Themen wie der Telemedizin, bei der die Ärzte ihre Visite über Videotelefonie durchführen, hält er nicht viel. „Man muss den Patienten ganzheitlich sehen. Und das geht am besten im direkten Kontakt“, ist er sich sicher. Das Konzept scheint aufzugehen: Alleine in den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Patienten, die sich für eine Behandlung im Luisenhospital entschieden haben, um 80 Prozent gestiegen.

Wie es im Krankenhaus aussieht, kann man am Samstag in der Zeit von 13 bis 18 Uhr ansehen. Es wird die Gelegenheit geben, einen Einblick in einen der Operationssäle zu bekommen. Auch kann ein innovatives Laufband ausprobiert werden, das für Reha-Zwecke genutzt wird und bei dem nur 20 Prozent des Körpergewichts die Gelenke belasten.

Es gibt Führungen, Grillstände und Vorträge von Fachpersonal. Ob viele Leute kommen werden? „Ich denke schon, dass das Interesse der Menschen an Medizin und an Krankenhäusern in den vergangenen Jahren gewachsen ist“, sagt Reiche, und fügt lachend hinzu: „Und zwar nicht nur wegen der vielen Krankenhausserien im Fernsehen!“

Viele Menschen legten heutzutage großen Wert darauf, ihre medizinische Versorgung selbstbestimmt in die Hand zu nehmen und auch mal eine zweite Meinung einzuholen. Wie viele Menschen am Samstag kommen werden, weiß Reiche natürlich noch nicht. Bei einem Tag der offenen Tür vor zehn Jahren seien es rund 2500 Besucher gewesen.

Der normale Betrieb des Luisenhospitals soll durch den Aktionstag nicht gestört werden. Die Patienten auf Station werden ihre Ruhe haben, weil der Tag der offenen Tür im Foyer, im Innenhof oder eben in Behandlungsräumen stattfindet, die an diesem Tag extra geblockt werden. „Und da es sich um einen Samstag handelt, wird es auch keine geplanten, sondern nur Notfall-Operationen geben“, sagt Werner Reiche.

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