Aachen: Luisenhöfe: Planungsausschuss stellt Anforderungen für Wettbewerb auf

Aachen: Luisenhöfe: Planungsausschuss stellt Anforderungen für Wettbewerb auf

Das Interesse der Nachbarschaft im Wohngebiet zwischen Boxgraben, Südstraße und Mariabrunnstraße an dem Thema war groß.

Denn der Planungsausschuss behandelte in seiner jüngsten Sitzung die „Auslobung“ eines Städtebauwettbewerbs zur Gestaltung des besagten Bereiches, wo die sogenannten Luisenhöfe entstehen sollen.

Im Planungsausschuss ging es jetzt zunächst darum, Regeln und Anforderungen an einen städtebaulichen Wettbewerb zu stellen, nach dessen möglichen Gewinnerentwurf die Investoren den Innebereich hinter der Südstraße bebauen sollen. Sehr gründlich hatten sich die Grünen auf den Punkt vorbereitet. Tina Hörmann trug vor, in den meisten Fällen stimmten die Vertreter der Groko, Norbert Plum (SPD) und Alexander Gilson (CDU), zu.

Fünf Planungsbüros aus Düsseldorf, Köln, Neuss und Aachen sollen „nachhaltige“ Konzepte zu Papier bringen, wie man eine nicht allzu verdichteten Wohnungsbau auf dem Hinterhofgelände in der Ecke von Boxgraben und Südstraße realisieren kann. Mit auf den Weg hatten Anwohner und Kritiker den Ratsfraktionen gegeben, das bereits jetzt als zu groß und mächtg empfundene Parkhaus an der Mariabrunnstraße nicht noch weiter aufzustocken.

Nach einigem Hin und Her (Gilson: „Wir können den Wettbewerb nicht zu sehr bevormunden“) einigte man sich in Sachen Parkhaus darauf, dass eine Erweiterung der Stellplätze möglichst „in einer Tiefgarage“ zu erfolgen habe. Marc Beus von den Linken, selber Architekt, hatte sogar spontan eine Wegeführung durchs Untergeschoss des bestehenden Parkhauses parat. Außerdem war man sich überfraktionell einig, dass die im Boxgraben bestehenden Traufhöhen — das ist zumeist der Punkt, an dem die Dachrinnen ansetzen — auch im neu gebauten Innenbereich nicht überschritten werden dürfen.

Um eine gute preisliche Durchmischung des neuen Wohnungsangebotes zu schaffen, beantragten die Grünen, den öffentlich geförderten Wohnungsbau in diesem Bauprojekt auf „30 bis 40 Prozent“ hinaufzusetzen — vergeblich. Die Mehrheit blieb bei einem Anteil von exakt 30 Prozent für den sozialen Wohnungsbau.

Diskussionen gab es auch über die Bemessungsgrundlage dieser 30 Prozent. Üblicherweise werden sie in Wohnungseinheiten gemessen, was allerdings angesichts von geplanten „Mikro-Appartements“ nicht immer eine stimmige Größenangabe ist. So wollten die Grünen dann lieber die „Bruttogrundfläche“ (BGF) des auf rund 21.000 Quadratmeter geschätzten Gesamtvorhabens als Rechnungsgrundlage nehmen — allerdings ebenfalls vergeblich.

50 Prozent Grünflächen

Einstimmigkeit herrschte wiederum, ein benachbartes Grundstück mit in das Plangebiet einzubeziehen, denn hier könnte möglicherweise ohne Probleme eine geforderte Kindertagesstätte errichtet werden. Die geforderten 50 Prozent am Verbleib von Grünflächen war ebenso unstrittig.

Der Leiter des städtischen Planungsamtes, Niels-Christian Schaffert, versicherte zwei immens wichtige Sachen im Vorfeld des Wettbewerbs. Erstens sei eine Durchwegung vom Innenbereich nicht nur zur Südstraße, sondern auch hin zum Boxgraben gesichert. Zweitens werde man genau darauf achten, dass „nicht zu viel Baumasse im Blockinnenbereich“ landen werde.

(wos)
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