Aachen: „Luisenhöfe“: Die Planer müssen nachsitzen

Aachen : „Luisenhöfe“: Die Planer müssen nachsitzen

Auch im dritten Anlauf haben die Planer der sogenannten Luisenhöfe die Politik nicht überzeugen können. Ihr nun schon mehrfach überarbeiteter Entwurf für eine Bebauung des Blockinnenbereichs am Boxgraben zwischen Südstraße und Mariabrunnstraße wurde jüngst im Planungsausschuss erneut zurückgewiesen.

Allzu grobschlächtig ist man offenbar bislang zu Werke gegangen. Denkbar ist nun, dass weitere Architektenbüros mit den Planungen beauftragt werden, oder dass ein Wettbewerb ausgeschrieben wird. Die Überlegungen für ein neues Wohngebiet in den dortigen Hinterhöfen sind bereits vor mehr als einem Jahr öffentlich geworden. Die beiden Aachener Immobilienunternehmen Landmarken und Aixact haben dafür die Luisenhöfe GmbH aus der Taufe gehoben, deren Name sich aus der Nachbarschaft zum Luisenhospital ableitet.

15.000 Quadratmeter

Gemeinsam planen sie mehrere Wohnbauten mit einer Wohn- und Nutzfläche von rund 15.000 Quadratmetern sowie eine Aufstockung des vorhandenen Parkhauses. Denkbar sind auch eine Kita, eine Seniorenpflegeeinrichtung sowie Geschäfte oder Büroräume.

Das Vorhaben hat im Umfeld und bei Nachbarn allerdings schnell Kritik und Widerstand hervorgerufen, unter anderem hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die dort eine kleine verwilderte Grünfläche und den Baumbestand retten sowie eine allzu dichte und auf Gewinnoptimierung ausgerichtete Bebauung verhindern will. „Vor allem aber wollen wir herausfinden, was dort überhaupt geplant ist und konstruktiv mitgestalten“, sagt Initiator Karsten Schellmat.

Denn bislang wurde über das Projekt ausschließlich hinter verschlossenen Türen beraten, was auch daran liegt, dass man bislang nur über eine Machbarkeitsstudie redet, aber offenbar noch meilenweit von einem Bebauungsplanverfahren entfernt ist. So haben es Vertreter des Planungsausschusses am vergangenen Freitag auch Mitgliedern der Bürgerinitiative vermittelt.

Den großen Wurf, der zustimmungsfähig und realisierbar wäre, haben die Politiker für die „Luisenhöfe“ bislang offenbar nicht gesehen. Man kann dort natürlich bauen, heißt es aus Reihen der Planungspolitiker, „aber die Maßstäbe müssen stimmen“, betonen sie.

Kritik soll es nach Informationen der „Nachrichten“ unter anderem an den Parkhaus-Plänen geben, das nach den Plänen der Investoren um weitere Etagen und einen Anbau erweitert werden soll. Auch die Wohnbebauung soll aber nach den bisherigen Planungen viel zu dicht und zu hoch ausgelegt sein und städteplanerisch einiges zu wünschen übrig lassen. Es kann nur besser werden, meinen die Politiker, die nun auf weitere Entwürfe drängen und möglicherweise auch einen Wettbewerb für erforderlich halten.

Vielfach Konflikte

Die Nachverdichtung in Innenstadtlagen ist Teil einer Strategie, um trotz des Mangels an Bauland der großen Nachfrage nach Wohnungen noch gerecht werden zu können. Wie sehr dies mit Konflikten behaftet ist, zeigt sich nicht nur bei den geplanten „Luisenhöfen“, sondern auch an vielen anderen Stellen der Stadt, wo die Kritik an einer allzu dichten und zu hohen Bebauung lauter wird — so zuletzt auf dem Gelände des ehemaligen Jakobshofs, An den Frauenbrüdern oder auch an der Kronprinzenstraße.

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