Aachen: Ludwig Forum-Bienen leisten wichtige Arbeit

Aachen : Ludwig Forum-Bienen leisten wichtige Arbeit

Der Garten des Ludwig Forums (Lufo) stellt nicht nur einen kühlen Rückzugsort an heißen Tagen dar, er ist auch das Zuhause von rund 50.000 Bienen. Dabei ist so ein Bienenstock ähnlich gut organisiert wie eine kleine Stadt. Neben der Bienenkönigin, die an der Spitze steht, gibt es unter anderem Putzerbienen, Wächterbienen sowie Ammenbienen, die die älteren Larven füttern.

Tulga Toksöz findet das faszinierend. „Hat man einmal mit Bienen angefangen, macht man immer weiter“, sagt er, der verantwortlich für den Bienenstock im Park des Lufo ist. Es sei Kreativität gefragt, zudem habe die Tätigkeit etwas mit Tieren und Umweltschutz zu tun. „Und am Ende kann man auch noch den Honig ernten.“

Der Park sei ein guter Ort für die Bienen, rund 25 Kilogramm Honig werden Toksöz und seine Mitstreiter demnächst aus dem Stock holen können. „Wir sind dem Ludwig Forum sehr dankbar, dass unser Bienenstock hier stehen darf“, sagt er. Am Tag der deutschen Imkerei luden die Bienenfreunde Euregio Aachen in den Park ein, um über ihre Arbeit zu informieren. Toksöz ist Mitglied im Vorstand.

Gegründet wurde der Verein 2006 mit zwölf Mitgliedern. Inzwischen zählen die Bienenfreunde 95 Aktive, die sich um knapp 300 Bienenvölker kümmern. Über zu wenige Hobby- und Jung-Imker will sich Toksöz nicht beschweren. „Im Gegenteil“, beschwichtigt er. „Das Bienensterben liegt vor allem im Einsatz von Pestiziden und Chemikalien in der intensiven Landwirtschaft begründet.“ Dies führe dazu, dass es zunehmend weniger Wildbienen gibt. Anders verhalte sich das bei den Honigbienen, deren Völker tendenziell eher wachsen.

Das Besondere am Bienenstock im Lufo-Park ist, dass sich neben Toksöz auch einige geflüchtete junge Menschen um die Tiere kümmern. In der Regel trifft man sich einmal in der Woche, um sich den Bienen zu widmen. Das Projekt „bees for refugees“ startete im April in Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Integrationszentrum Aachen.

Einer der Teilnehmer ist Semere Gebrenkael aus Eritrea. Schon vor seinem Engagement in Aachen wusste er viel über die Insekten, seine Eltern in Eritrea kümmerten sich ebenfalls um Bienenvölker. Die Arbeit am Bienenstock im Lufo-Park bereitet dem 19-Jährigen sichtlich Freude.

Und auch Toksöz zeigt sich mit dem Verlauf des Projekts zufrieden: „Über das gemeinsame Interesse an der Arbeit mit Bienen können hier Kontakte und Bekanntschaften leichter geknüpft werden“, betont er.

Mehr Informationen zu unseren kleinen gestreiften Helferlein und der wichtigen Arbeit der Bienenfreunde können sie finden unter bienenfreunde-euregio.de.

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