Aachen: Lösung des Parkproblems am Universitätsklinikum endlich in Sicht?

Aachen: Lösung des Parkproblems am Universitätsklinikum endlich in Sicht?

6500 Beschäftigte, tausende Studenten, 1400 stationäre Patienten, rund 10.000 Besucher und ambulante Patienten, aber nur 2200 Parkplätze: Kein Wunder, dass rund um das Universitätsklinikum Aachen (UKA), einem der größten Krankenhäuser Europas, permanenter „Kampf” um Parkplätze herrscht.

Verschärft hat er sich noch einmal, weil durch den Bau des futuristischen Hubschrauberlandeplatzes und der Großbaustelle Campus Melaten Stellplätze weggefallen sind. Das Problem ist seit Jahren bekannt, Abhilfe bisher nicht geschaffen, aber in Sichtweite.

Knöllchen verteilt

Unter den chaotischen Zuständen leiden Anwohner wie Pkw-Besitzer gleichermaßen. Etwa Dieter Happe, Rentner aus Herzogenrath, der zu einer Nachuntersuchung nach einer Operation ins UKA musste. Da er auf den regulären Flächen keinen Platz fand, parkte der körperbehinderte 69-Jährige auf dem Schneebergweg, mehr als einen Kilometer Fußweg entfernt.

Als er zurückkam, hatte er ein Knöllchen unter dem Scheibenwischer: „Alle, die dort standen, haben eins bekommen - bis hin auf den Feldweg, auch Leute, die auf den Rollstuhl angewiesen sind.” Sechs Politessen seien im Einsatz gewesen: „Das ist nicht in Ordnung.” Zumindest auf einer Seite solle das Parken zugelassen werden: „Das behindert keinen.”

Detlev Fröhlke, Leiter des städtischen Fachbereichs Sicherheit und Ordnung, bestätigt, dass seine Leute oft im Einsatz um das Großkrankenhaus sind. „Das machen wir täglich. Wir schleppen auch jeden Tag ab.” Doch nicht aus Jux oder Beutelschneiderei, sondern: „Die Situation für die Anwohner ist katastrophal. Es kommen täglich Riesenbeschwerden, etwa weil die Einfahrten zugeparkt sind.” Auf den angrenzenden Straßen werde mitunter so anarchisch geparkt, dass die Rettungswagen nicht mehr durchkämen.

Den Ernst der Lage schildert Helmut Deutschle, der seit 30 Jahren in der Hans-Böckler-Allee wohnt, gegenüber vom UKA-Haupteingang. „Wir sehen jeden Morgen, wie Autofahrer verzweifelt versuchen, ihren Wagen am Klinikum zu parken.” Beim allmorgendlichen Spaziergang mit seinem Hund „fragen mich Autofahrer aus Mönchengladbach, Dortmund, Düsseldorf oder München nach Pkw-Abstellmöglichkeiten. Es gibt keine mehr nach 9 Uhr. Alle Straßen sind zu.”

Vollgeparkt sei auch der Steinbergweg - trotz Halteverbots, sogar Spazierwege Richtung Regenrückhaltebecken im Landschaftsschutzgebiet. Deutschle: „Das Parkplatzproblem gibt es schon seit Jahrzehnten. Es ist keine Reklame für das Klinikum, wenn man Patienten und Besucher verärgert.”

Das Problem ist auch in der Chefetage des Universitätsklinikums bekannt, seit Monaten wird intensiv an einer Lösung gearbeitet. Die Lösung liegt in einem Mobilitätskonzept, das am kommenden Montag den Mitarbeitern vorgestellt werden soll. Es sieht die Reduzierung des Individualverkehrs vor, wie Vorstandschef Prof. Thomas Ittel schon vor Monaten erläuterte, außerdem die Einführung eines Jobtickets und die Bildung von Fahrgemeinschaften. Der Individualverkehr soll so weit wie möglich reduziert werden.

Außerdem soll der vorhandene Parkraum bewirtschaftet werden, also gebührenpflichtig werden. Die Vorstellungen von Personalrat und Vorstand darüber liegen nach Informationen der „Nachrichten” noch deutlich auseinander. So will der Vorstand alle Plätze kostenpflichtig machen - der Personalrat aber für die Beschäftigten nicht.

Klar ist aber nach weitergehenden Informationen der „Nachrichten”, dass die Kapazität des bisherigen Kurzzeitparkplatzes von 150 auf 600 Plätze vervierfacht wird. Der danebenliegende Frauenparkplatz soll in Richtung Steinbergweg verlagert werden.

Büsche weg

Außerdem werden bis zu 300 neue Stellplätze geschaffen, etwa auf dem alten Gelände des Hubschrauberparkplatzes oder durch Beseitigung von Buschreihen. Offiziell wollte sich das UKA am Donnerstag nicht äußern, weil man zuerst die Mitarbeiter informieren wolle.