Entlastung für mittlere und niedrige Einkommen : Linksfraktion will Familien bei den Kitabeiträgen entlasten

Entlastung für mittlere und niedrige Einkommen : Linksfraktion will Familien bei den Kitabeiträgen entlasten

Die Linksfraktion im Aachener Stadtrat will junge Familien stärker entlasten und hat deshalb eine Änderung der Kita-Beiträge beantragt.

„Bei den Kita-Beiträgen in Aachen sind Familien mit geringem bis durchschnittlichem Einkommen besonders belastet“, erklärt Leo Deumens, Fraktionsvorsitzender der Linken im Rat, in einer Pressemitteilung. „Sie profitieren nicht von Freibeträgen, die es bis zu einem Jahreseinkommen von 28.000 Euro gibt, müssen jedoch häufig bei den Aufwendungen zum Lebensunterhalt jeden Euro mehrfach umdrehen, damit es bis zum Monatsende reicht.“

Wie viel Eltern für einen Kindergartenplatz zahlen, hängt vom jeweiligen Einkommen ab. Grundsätzlich wird in Aachen bei den Betreuungskosten in acht Einkommensklassen unterschieden: bis 28.000 Euro (beitragsfrei), bis 40.000 Euro, bis 54.000 Euro, bis 68.000 Euro, bis 87.000 Euro, bis 105.000 Euro, bis 120.000 Euro und ab 120.000 Euro. In Aachen zahlen etwa die Hälfte der Eltern, deren Kind den Kindergarten besucht, eine entsprechend hohe Gebühr. Die anderen sind als sogenannte Geringverdienen von der Beitragspflicht ausgenommen. Das letzte Kitajahr ist kostenfrei.

„Wer 2500 Euro im Monat verdient, zahlt für ein Kind unter drei Jahren bei 45 Stunden pro Woche 149 Euro pro Monat. Das sind fast sechs Prozent des Einkommens“, erläutert Michael Bredohl, kinder- und jugendpolitischer Sprecher der Linken. „Liegt der Verdienst hingegen bei 11.000 Euro im Monat, sind in der gleichen Konstellation 488 Euro fällig, also nur 4,43 Prozent des Einkommens.“ Diese Verteilung ist nach Ansicht der Linken ungerecht. „Je mehr man verdient, desto geringer ist die Belastung.“

Um dem entgegenzuwirken, soll die Verwaltung ein Konzept entwickeln, „wie Familien mit niedrigen bis durchschnittlichen Einkommen durch eine Kombination aus höheren Bemessungsgrenzen und pauschalen Entlastungen überdurchschnittlich entlastet werden können“, heißt es im entsprechenden Ratsantrag. Die Entlastung durch allgemeine Senkungen halte man nicht für sinnvoll, erklärt Deumens. „Das Geld wollen wir lieber in den qualitativen Ausbau von Personal und Ausstattung der Kindertagesstätten stecken.“

(red)
Mehr von Aachener Nachrichten