Aachen: Linke will kostenlosen öffentlichen Nahverkehr

Aachen: Linke will kostenlosen öffentlichen Nahverkehr

Während im Aachener Verkehrsverbund (AVV) am 1. April die nächste Preiserhöhung greift, verweist die Aachener Linke auf einen Bürgerentscheid in Tallinn und empfiehlt die estnische Hauptstadt als Vorbild für Aachen: Dort sollen Busse und Straßenbahnen künftig kostenlos benutzt werden können.

Auch in der Euregio gibt es dafür ein Beispiel: In der Innenstadt von Hasselt können ebenfalls die Busse kostenlos benutzt werden. Die Linke meint: Nur mit solchen Maßnahmen könne auch in Aachen der Verkehrskollaps verhindert werden. „Es gibt so viel Schöneres, was wir mit unseren Städten machen können, als sie zu großen Teilen mit Autos zuzustellen”, sagt Sprecher Darius Dunker.

Aus Sicht von Harald Siepmann, für die Linken im Städteregionstag, sende der AVV mit der Presierhöhung von rund drei Prozent die falschen Signale. „Und das in Zeiten, wo Mobilität allgemein immer mehr zur Frage des Geldbeutels wird. Wer sich Mobilität nicht mehr leisten kann, dem droht auch, dass er seine sozialen Kontakte verliert. Eine solche Entwicklung dürfen wir nicht einfach hinnehmen.”

Die Linke macht sich seit langem für ein Sozialticket zu 15 Euro stark - was dem vorgesehenen Hartz-IV-Satz für Mobilität entsprechen würde. Aber auch Geringverdiener hätten ein Anrecht auf Mobilität.

Hasselt und Tallinn hätten die Zeichen der Zeit erkannt, meinen die Linken. Der motorisierte Individualverkehr sei unsozial, unökonomisch und unökologisch, argumentieren sie. Die Alternative sei ein umweltfreundlicher Personennahverkehr, der aus Steuern oder aus einer Mobilitätsabgabe finanziert werden müsse.