Lieferverkehr soll in Aachen eingedämmt werden

Verkehrspolitik in Aachen : Paket-Container kommen an die Blondelstraße

In Sachen Depots für Paketdienste ist die Stadt Aachen ein Stück weiter. Der Mobiliätsausschuss hat jetzt beschlossen, Container an der Blondelstraße aufzubauen, in denen Paketdienste ihre Waren zwischenlagern können. So soll der Lieferverkehr in der Stadt reduziert werden.

Damit saubere Transportmittel wie Cargobikes oder andere elektrisch betriebene Kleinfahrzeuge künftig in großer Zahl bei der Paketzustellung eingesetzt werden können, hat der Aachener Mobilitätsausschuss die Freigabe von fünf neuen Verteiler-Standorten in der Innenstadt beschlossen.

Dabei handelt es sich um neutral aussehende Großcontainer, die als sogenannte Mikrodepots Anfahrtspunkt für die professionellen Paketdienste wie beispielsweise DHL, UPS, DPD, TNT oder den Amazon-Auslieferer BK-Transport sein werden.

Der zuständige Beauftragte für E-Mobilität der Stadt, Axel Costard, stellte dem Ausschuss den bevorzugten Standort mitten in der City vor. Demnach handelt es sich um den Bereich rund um das Apag-Parkhaus an der Blondelstraße, das sich in Hoflage an der Kreuzungsecke Adalbert-, Peter- und Blondelstraße befindet. Es waren weitere zwei Standorte, die man städtischerseits geprüft hatte, darunter Plätze am Bergdriesch und an der Sandkaulstraße. Diese kämen laut Costard bei einem guten Start des Projekts als Erweiterungsstandorte auch immer noch in Betracht.

Denn angesichts des sprunghaften Anstiegs von Paketlieferungen durch den florierenden Onlinehandel belasten gerade die dieselbetriebenen Auslieferungsfahrzeuge erheblich die Luft in den Innenstädten. Auch deswegen beteiligte sich die Stadt an einem Landeswettbewerb zum Klimaschutz mit dem Ziel einer weitgehend „emissionsfreien urbanen Logistik“.

Die Stadt wurde mit den Kommunen Bonn, Bielefeld und Dortmund bereits in einer ersten Stufe finanziell berücksichtigt. Jetzt hofft Costard auf einen weiteren Entscheid, der sodann Mittel für die Anschaffung der sogenannten Mikrodepots als Zwischenlager für den Pakethandel finanzierbar machen würde. Jene Container sind werbefrei und neutral in der Außendarstellung, man rechnet städtischerseits mit etwa 450.000 Euro für Anschaffungs- und Aufstellungskosten, die Umpackstationen sollen rund um das Parkhaus Blondelstraße angeordnet werden.

Das Pilotprojekt soll spätestens im Juli 2019 starten und ist auf drei Jahre begrenzt. Denn die Container, die im Übrigen stattliche Ausmaße von etwa sechs Metern Länge und zweieinhalb Meter Breite haben, sollen nach gut 36 Monaten wieder abgeschafft und durch ein festes Gebäude ersetzt werden.

Wo das schließlich gebaut oder angemietet werden soll, das stehe jetzt noch nicht fest, erklärte Costard. Mit den Paketdiensten und auch mit Kleinanbietern von Transportdienstleistungen habe man an einem runden Tisch gesessen. Dabei hätten sich doch sehr unterschiedliche Nutzerprofile ergeben, so dass pro Anbieter ein Container vorgesehen werden müsse.

Für Gaby Breuer (CDU) erschloss sich dabei nicht unmittelbar, was sich durch den Zwischenschritt der Containerlagerung verbessern werde. „Man kann doch auch jetzt schon mit kleine Elektrofahrzeugen fahren“, wandte sie ein. Doch die Anlieferung erfolgt heute üblicherweise in größeren Einheiten, zumeist in kleinen oder mittelgroßen Lastern, die oftmals Ärger durch das ständige Parken in der zweiten Reihe hervorrufen.

All dies würde durch das Umladen der Ware auf Cargobikes, wie sie beispielsweise in Berlin genutzt werden, entfallen und für bessere Luft in Aachen sorgen. Zusätzlich käme das Projekt den Anforderungen des Aachener Luftreinhalteplans entgegen und würde als emissionsreduzierende Maßnahme bei der angestrebten Vermeidung von Dieselfahrverboten anzurechnen sein, argumentiert die Verwaltung.

In Berlin hatte der Senat eine abgezäunte Freifläche mit Schiffscontainern für diverse Paket- und Kurierdienste bereit gestellt, nicht alle Paketdienste machen allerdings mit. So kündigte auch in Aachen UPS etwa an, ein System zu favorisieren, mit dem vorkonfektionierte Boxen abgestellt und von dort aus die Ware weiter ausgeliefert würde. „Es gibt hier verschiedene Ansätze unter den Dienstleistern“, sagt Costard die Lage. Die ist gerade kurz vor Weihnachten noch ohne ein schlaues Verteilersystem in der Innenstadt deutlich angespannt, da hilft auch die Eigeninitiative einzelne Unternehmen nicht, die sich bereits mit individuellen Depots versorgt haben. Die fünf zentralen Depotcontainer sollen laut Verwaltungsvorschlag von einem Generalunternehmer aufgestellt und gewartet werden. Der Ausschuss stimmte der Vorlage einstimmig zu.

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