Aachen: Lieber Gerätehaus als Recyclinghof, sagen die Richtericher

Aachen : Lieber Gerätehaus als Recyclinghof, sagen die Richtericher

Alles andere als begeistert zeigten sich die Richtericher jetzt mit Blick auf den angedachten Recyclinghof im Aachener Norden. Der nämlich könnte im Zuge des Baus der Ortsumgehung in unmittelbarer Nachbarschaft zum ebenfalls neu geplanten Gerätehaus der Feuerwehr entstehen.

„Beides zusammen geht auf der angedachten Fläche nicht“, monierten die Bürger und gaben dem Gerätehaus der Feuerwehr den Vorzug. Die Stadtplaner haben eine Fläche zwischen Roermonder Straße und Amstelbach überplant und dabei beide Einrichtungen untergebracht. „Warum muss der Recyclinghof überhaupt nach Richterich?“ fragte ein Bürger, als die Planerinnen ihr Projekt jetzt bei einer Bürgerversammlung in Schloss Schönau vorstellten.

„Ein Recyclinghof bringt zusätzlichen Verkehr nach Richterich, und das an eine Stelle, die sowieso schon überlastet ist“, argumentierten die Bürger. Außerdem würde die Nutzer des Recyclinghofs möglicherweise im Ernstfall die Ausfahrt der Feuerwehr blockieren. Löschzugführer Holger Krings, Freiwillige Feuerwehr Richterich, zeigte sich „verhalten skeptisch“ und bat, die Verkehrssituation gut zu bedenken.

Außerdem formulierte er seine Sorgen mit Blick auf das angedachte Gelände, das gleichsam in einer Mulde liegt. „Wir dürfen unter keinen Umständen absaufen“, sagte er mit Blick auf starke Regenfälle. Laut Edith Prenger Berninghoff, Bauleitplanung der Stadt Aachen, muss das Gelände in jedem Fall angehoben werden, um auf die Höhe der geplanten Straße zu kommen.

Das ungute Gefühl der Bürger blieb. Immer wieder kreiste die Debatte auch um die Anbindung der geplanten Umgehungsstraße. Geplant ist diese Anbindung zunächst an die Roermonder Straße und nicht direkt an die Kohlscheider Straße. Nach Aussage der Planerinnen sperrt sich Straßen.nrw als verantwortliche Behörde gegen diese große und bessere Lösung. „Wir haben einen Minimalkonsens gefunden, und damit gehen wir jetzt an die Öffentlichkeit“, sagte Prenger Berninghoff.

Mehr Lärm, mehr Verkehr?

Die Richtericher ihrerseits treibt die Sorge um, dass sich die bereits bestehenden Verkehrsprobleme so nicht lösen lassen. Außerdem fürchten sie eine zusätzliche Lärmbelästigung durch den geplanten Recyclinghof und bei all den angedachten Maßnahmen auch den Verlust des Naherholungsgebietes Amstelbach. Seit zehn Jahren sucht die Stadt nach einem geeigneten Ort für einen weiteren Recyclinghof, und zwar im Aachener Norden. Denn dann müssten die Richtericher, Laurensberger und Horbacher nicht mehr quer durch die Stadt fahren, um ihre recycelbaren Abfälle auf den Höfen in Brand oder Eilendorf zu entsorgen.

Der geplante Recyclinghof in Richterich soll rund 2000 Quadratmeter groß sein und würde nach Schätzungen der Planer voraussichtlich 350 Mal pro Tag angefahren. „Mit Lärmbelästigungen ist nicht zu rechnen“, betonte Annika Huppertz, Aachener Stadtbetrieb, immer wieder, aber die Rich­tericher konnten sich mit diesen Planungen dennoch nicht so recht anfreunden. Es sei alles viel zu klein gedacht, hieß es, es sei kein Platz, um das Feuerwehrgerätehaus oder den Recyclinghof bei Bedarf zu vergrößern, und alles wirke wie „in eine Ecke gequetscht“.

Die Pläne zu den Vorhaben sind noch bis zum 29. Juni um Bezirksamt Richterich, Roermonder Straße 559, ausgestellt. Auch Eingaben und Anmerkungen der Bürger sind derzeit noch möglich.

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