Aachen: Lesungen, Filme und Führungen beim Literarischen Sommer

Aachen : Lesungen, Filme und Führungen beim Literarischen Sommer

Ob im eigenen Garten, auf einer grünen Bergwiese oder am Strand, es ist einfach herrlich, bei gutem Wetter im Gras, am Strand oder auf der Picknickdecke zu liegen und ein gutes Buch zu lesen. Der Sommer eignet sich dafür natürlich besonders gut.

Und der Sommer ist seit 18 Jahren in Aachen auch fest mit einem Festival verbunden, das sich ganz deutlich der Literatur verschreibt: der Literarische Sommer.

Sechs deutsche und fünf niederländische Städte beteiligen sich mittlerweile an dem rund dreimonatigen Festival: Aachen, Bedburg-Hau, Düsseldorf, Krefeld, Mönchengladbach und Neuss auf der deutschen und Heerlen, Kerkrade, Maastricht, Vaals und neu dabei Sittard, auf der niederländischen Seite. Erstmals in diesem Jahr gibt es nicht nur eine, sondern gleich zwei Auftaktveranstaltungen.

Die Philosophin Eva Meijer widmet sich in Sittard, am Sonntag, 2. Juli, dem Thema Mensch und Tier und wirft mit ihrem Buch „Das Vogelhäuschen“ einen Blick auf das Werk der britischen Schriftstellerin Len Howard. Die deutsche Eröffnungsveranstaltung findet am Dienstag, 4. Juli, in Mönchengladbach statt, die Lesung wird aber am folgenden Mittwoch, 5. Juli, in der Klangbrücke in Aachen wiederholt.

Raoul Schrott liest aus seinem Buch: „Erste Erde: Epos.“ In einem wahrhaft epischen Werk beschreibt Schrott auf lyrisch-poetische Art und Weise das heutige Wissen über die Welt: Vom Urknall, über die Entstehung der Sonnensysteme bis hin zur Entwicklung der Menschheit bis heute. „Ein wirklich galaktisches Buch“, hält Susanne Güntner, Projektkoordinatorin des Literarischen Sommers in Aachen fest.

Fiktiver katholischer Landsknecht

Spannend wird es auch im Centre Charlemagne: Autor Feridun Zaimoglu, der mit seinem Buch „Kanak Sprak“ bekannt wurde, liest am Dienstag, 18. Juli, aus seinem Buch „Evangelio. Ein Luther-Roman.“ Vor der Lesung gibt es eine Sonderführung durch die aktuelle Ausstellung „Das Ringen um den rechten Glauben.“ In Zaimoglus Werk geht es dann um den fiktiven katholischen Landsknecht Burkhard, der Martin Luther während seiner Zeit auf der Wartburg als Schutz zur Seite gestellt wird.

Das Buch erzählt in einer extra für das Werk entworfenen Sprache wortgewaltig vom Leben Luthers, einer Zeit des Umbruchs sowie Macht und Ohnmacht des Glaubens. Für die Lesung wird es aufgrund der begrenzten Plätze nötig sein, im Vorfeld die Tickets an der Kasse des Centre Charlemagne zu erwerben, eine Abendkasse wird es nicht geben. Neu dabei als Kooperationspartner ist in diesem Jahr die Walter-Hasenclever-Gesellschaft, die John von Düffel, Dramaturg des Deutschen Theaters in Berlin, nach Aachen holen konnten.

In seinem Buch „Klassenbuch — Das Kaleidoskop einer Schulklasse“ geht es um heutige Schülerinnen und Schüler, was sie bewegt, motiviert, antreibt und welchen Problemen sie sich individuell stellen müssen. Gleich zweimal wird sich auch dem großen deutschen Schriftsteller Heinrich Böll gewidmet: Im Apollo-Kino wird am Montag, 24. Juli, der Film „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ gezeigt, der sich mit der Sensationsgier des Boulevard-Journalismus auseinandersetzt und daher aktuell ist wie nie und am Mittwoch, 19. Juli, spricht Heinrich Bölls Sohn René Böll über das „Irische Tagebuch“, einen Klassiker der Reiseliteratur.

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