Lesefestival in Aachen und der Euregio

Literaturfestival „Euregio Liest“ geht wieder los : Internationaler Lesestoff für Aachen

Das Literaturfestival „Die Euregio liest“ startet in der kommenden Woche. Es gibt Lesungen in der ganzen Region und einen Literaturpreis, der von Schülern verliehen wird.

Ein junges Paar aus Paris, das in Robinson-Crusoe-Manier auf einer Insel landet und sich mit sich selbst auseinandersetzen muss. Eine Familie aus Teheran, die mit der Migration nach Europa klarkommen muss. Eine Journalistin, die sich auf dem Weg zum Flughafen mit einem Hobbyphilosophen unterhält: Die Geschichten, mit denen sich das diesjährige Literaturprogramm von „Die Euregio liest“ beschäftigt, sind genauso vielfältig wie die Autoren, die dahinter stecken. Das bewährte Konzept ist ganz einfach: Sechs Romane, jeweils zwei von deutschsprachigen, französischsprachigen und niederländisch sprechenden Autoren, bilden die Grundlage für eine ganze Reihe von Lesungen in der Euregio. Los geht’s am Dienstag, 15. Januar, mit einer Rheinländerin und einem Franzosen, die im Aachener Ludwig Forum aus ihren Werken lesen.

Eine Kölnerin, ein Franzose

Husch Josten, Autorin aus Köln, wird aus ihrem Roman „Hier sind die Drachen“ vorlesen, Hugo Horiot aus Dijon trägt aus „Der König bin ich“ vor. Nicht nur die Themen der beiden Bücher sind völlig unterschiedlich, sondern auch die Sprachen, in denen sie geschrieben wurden. Und noch mehr: „Das Besondere an unseren Lesungen ist, dass die Autoren alle in ihrer Muttersprache lesen“, erklärt Sylvie Schenk vom Verein Euregio Kultur, die zusammen mit Oliver Vogt das Programm zusammengestellt hat.

Zwar wird auch für das Aachener Publikum auf Deutsch übersetzt, aber: „Wir denken schon, dass von den Fremdsprachen auch etwas beim Publikum hängen bleibt“, sagt Wilma Franzen, die für die Aachener Stadtbibliothek mit im Boot sitzt. Beispielsweise freuten sich die Schüler des deutsch-französischen Kulturinstituts darauf, mal einem französischen Autoren zu lauschen.

Das Literaturprogramm fußt auf dem Euregio-Schüler-Literaturpreis, den es bereits seit 2002 gibt. „Mit dem Wettbewerb erreichen wir jährlich rund 300 Schüler in Deutschland, Belgien und den Niederlanden“, erklärt Oliver Vogt. Die Jugendlichen lesen sechs Romane in ihrer Muttersprache und setzten sich anschließend zusammen, um einen der sechs Autoren mit einem Literaturpreis auszuzeichnen.

„Es ist nicht immer leicht, sechs Romane zu finden, die unsere Kriterien erfüllen“, sagt Sylvie Schenk: Zwei deutsch-, zwei französisch- und zwei niederländischsprachige – und alle müssen in den beiden anderen Sprachen verfügbar sein. „Aber bisher haben wir es immer hinbekommen und auch diesmal ein spannendes Programm!“

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