Lernen, Sterbende und ihre Angehörigen zu begleiten

Befähigung für Aufgaben im Palliativbereich : Richtiger Umgang mit einem schwerem Thema

„Der Grundstein ist gelegt. Für uns ist das schon fast ein historischer Tag“, freut sich die Leiterin des Seniorenzentrums St. Severin in Eilendorf, Monika Kames-Austinat. Endlich fängt dort der Befähigungs- und Ermutigungskurs zur ehrenamtlichen Mitarbeit in Hospiz- und Palliativdiensten an.

Insgesamt über 20 Teilnehmer sind gekommen, darunter Mitarbeiter und Bewohner des Seniorenzentrums, Ehrenamtler und Eilendorfer Bürger. In den nächsten zehn Monaten werden sie lernen, Menschen an ihrem Lebensende zu begleiten.

„Im Umkreis sind wir die erste stationäre Einrichtung, die diesen Kurs anbietet. Trotz des bedrückenden Themas wollen wir hier mit Freude an die Sache herangehen. Unser Ziel ist es, dass sich die Teilnehmer persönlich weiterentwickeln und wachsen und natürlich dann in Zukunft tatsächlich sterbende Menschen begleiten und unterstützen können.“

Ute Pelzer, Leiterin der Palliativakademie Rheinland, leitet den Kurs, der einmal im Monat stattfindet. „In Gruppen- und Einzelarbeit werden die Teilnehmer zum einen viel Selbsterfahrendes erleben, aber auch für sich selbst und ihr Leben dazulernen. Es geht um die Befähigung und Ermutigung der Ehrenamtler.“

Die Palliativakademie Rheinland hat das Ziel einen Beitrag zu einer flächendeckenden, sektorübergreifenden und bedarfsgerechten Palliativversorgung in unterschiedlichen Einrichtungen des Gesundheitswesens und der Alten- und Behindertenhilfe zu leisten. „Wir sind sehr froh, Frau Pelzer mit ihrer äußerst hohen Qualifikation hier zu haben“, sagt Kames-Austinat.

Die Anforderungen bei der Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen sind breit gefächert. Um diesen gerecht zu werden, befassen sich die Teilnehmer im Kurs mit unterschiedlichen Themen. Die Wahrnehmung und Gesprächsführung in komplexen Situationen und das aktive Zuhören, ist genauso wie das Wahrnehmen des eigenen Umgangs mit Sterben, Tod, Verlust und Trauer ein wichtiger Grundstein in der Palliativ- und Hospizarbeit

„Sterbende setzen sich am Ende immer mit dem Thema Schuld, Scham und Verantwortung auseinander. Auch hier müssen die Teilnehmer lernen, wie man am besten damit umgeht“, sagt Pelzer. Sie hat auch ihre eigenen Erfahrungen in den Kurs reingebracht.

Auch die Bedürfnisse und die emotionale und Alltag aufrechterhaltende Unterstützung für Sterbende und ihre Angehörigen und die Hilfe bei der Organisation der letzten Dinge wird behandelt. „In Zukunft werden wir natürlich auch immer mehr mit Menschen aus verschiedensten Kulturen in der Sterbebegleitung zu tun haben. Hier ist es wichtig, sich einmal anzuschauen, wie in unterschiedlichen Kulturen und Religionen mit diesen Themen umgegangen wird“, sagt Ute Pelzer weiter.

Neben den insgesamt 90 Stunden Theorie müssen die Teilnehmer zum Schluss 20 Praxisstunden nachweisen. Diese können sie auch direkt im Seniorenzentrum St. Severin absolvieren. Zum Schluss erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat.

„Das ist nur ein Startschuss, wir wollen in Zukunft natürlich noch mehr Kurse anbieten und auch gerne andere Fachbereiche schulen.“, sagt Kames-Austinat. Interessenten für weitere Kurse gibt es genug.