Aachen: Lebenshilfe-Geschäftsführerin Barbara Krüger hat sich gut eingelebt

Aachen: Lebenshilfe-Geschäftsführerin Barbara Krüger hat sich gut eingelebt

Ein besseres Geburtstagsgeschenk hätte es für Barbara Krüger gar nicht geben können — zumindest beruflich. Denn just an ihrem 48. Geburtstag, dem 1. April, hat sie ihre neue Stelle als Geschäftsführerin der Lebenshilfe Aachen angetreten. U

Und jetzt freut sie sich auf ihre erste große Veranstaltung in Aachen, das Lebenshilfe-Fest am kommenden Samstag. Motto: „Familie: bunt bewegt.“

Das könnte auch locker auf sie übertragen werden. Denn ihr Ehemann Torsten und ihre Tochter Luzie leben noch in Frankfurt/Oder, Sohn Lovis besucht in Köln eine Journalistenschule. „Mein Mann kann es kaum erwarten, auch nach Aachen zu kommen“, sagt die Niedersächsin. Da Tochter Luzie im nächsten Jahr ihr Abitur macht, hat sich Familie Krüger darauf verständigt, übergangsweise eine Fernehe zu führen.

Barbara Krüger ist diejenige, die das Haupteinkommen in den Haushalt einbringt. Ihr Mann hat vornehmlich die Kinder begleitet und will nun eine selbstständige Tätigkeit ausüben.

Urlaub in Köln und Düsseldorf

Bis 2013 kannte die Familie Krüger Nordrhein-Westfalen überhaupt nicht. Deshalb entschloss sie sich, ihren Urlaub im vergangenen Jahr in Köln und Düsseldorf zu verbringen. Dabei hat sie auch einen Abstecher nach Aachen gemacht und war begeistert. „Damals war überhaupt noch nicht abzusehen, dass ich beruflich bedingt ins Rheinland wechseln würde“, sagt sie.

Nach zuletzt zehn Jahren Engagement für ein diakonisches Werk in Frankfurt/Oder fiel ihr die Ausschreibung für die attraktive Stelle bei der Lebenshilfe in die Hände: „Die hat mich gereizt.“ Bevor sie sich bewarb, berief sie aber den Familienrat ein und bat auch ihren Sohn Lovis um eine Extra-Genehmigung. „Schließlich ist er nach Köln gegangen, und dann würde die Mutter in seine Nähe folgen, das schien mir grenzwertig“, erzählt sie. Ihr 20 Jahre alter Filius hatte aber nichts dagegen. Und so frühstücken Mutter und Sohn an manchen Wochenenden auch mal zusammen. Mit ihrem Gatten und ihrer Tochter verbringt sie momentan die meiste Zeit während Urlaub und Ferien. Zwischen Aachen und Frankfurt/Oder liegen immerhin mehr als 700 Kilometer.

Umso mehr konzentriert sich die Fachfrau, die von sich sagt, dass sie „die Sozialarbeit von der Pike auf gelernt“ hat, auf ihre neuen Aufgaben. Die Lebenshilfe unterhält zahlreiche Dienste und Einrichtungen, damit Menschen mit Behinderung so selbstbestimmt wie möglich leben können. Der Verein hat rund 400 Mitarbeiter und ist Träger von vier Kindertagesstätten und sieben Wohnverbünden.

Zwei Aspekte sind ihr bei den neuen Aufgaben besonders wichtig: Angebote für Menschen mit geistiger Behinderung und starken Verhaltensauffälligkeiten sollten ausgeweitet werden, das betrifft Wohnen und Arbeiten. Und: „Diese Menschen dürfen in unserer Gesellschaft auch alt werden“, sagt sie. Themen wie Pflegebedürftigkeit, Demenz und auch Tagestruktur im Alter spielen dabei eine große Rolle.

Nahtloser Übergang

Besonders spannend findet sie auch die Herausforderungen im Vorschulbereich mit Frühförderung — ein Gebiet, das sie jetzt erstmals in ihrer beruflichen Laufbahn beackert. Denn bei ihren vorherigen Tätigkeiten in Hildesheim, Berlin und Frankfurt/Oder war sie vornehmlich in der Behinderten- und Altenhilfe aktiv.

Einen nahtlosen Übergang in ihren neuen Beruf als Geschäftsführerin der Lebenshilfe hat ihr Vorgänger Herbert Frings möglich gemacht. Denn er hat seine Nachfolgerin im April und Mai selbst von Grund auf eingearbeitet. „Diese Zeit möchte ich nicht missen. Es war für mich eine grandiose Möglichkeit, Fuß zu fassen.“ Als Aachener sei Frings hier bestens vernetzt und habe viele Kontakte, „damit ist er genau das Gegenteil von mir“.

Eine Gemeinsamkeit haben die beiden aber doch: Auch Barbara Krüger ist meist mit dem Rad unterwegs: „Ich habe keinen Dienstwagen, sondern ein Dienst-Pedelec.“ Und wenn sie mit dem unterwegs ist, gerät sie sogar ins Schwärmen: „Wenn ich von meiner Wohnung in Eilendorf über den Vennbahnradweg zur Arbeit fahre, dann ist das wie Urlaub.“

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