Aachen: Laute Beats dringen durch die Kirchenmauern

Aachen: Laute Beats dringen durch die Kirchenmauern

Laute Popmusik in einer Kirche? Rund um die Dreifaltigkeitskirche waren am Samstagabend die Beats durch die Mauern zu hören, und im Innern erwarteten den Besucher weitere Überraschungen.

Ein großer Kirchenraum ganz ohne die üblichen Bänke, grellgrün angestrahlte Säulen, Disco-Lichtreflexe blitzten über die Mauern, über eine Ecke spannte sich eine fluoreszierende Faden-Installation. Und natürlich schallte aus großen Boxen die Musik, gesteuert von einem Profipult im Seitenschiff, gespielt von der Band „Slim Jester” im anderen Seitenschiff.

Es war die erste Church Party in Aachen, organisiert von dem Projekt „Junge Kirche Aachen” in evangelischer Trägerschaft. Eine Vielzahl von jungen Leuten strömte an diesem Abend zu der Party in die Dreifaltigkeitskirche. Das genau ist es, was die Organisatoren sich wünschen: Jugendliche in die Kirche zu holen. „Wir möchten Jugendliche ermutigen, mit unserem christlichen Glauben in Berührung zu kommen. Wir möchten nicht missionieren, aber Formen anbieten, die die Jugendlichen verstehen”, erläuterte Willi Schönauer, Projektberater und Coach. Es gehe darum, Jugendlichen, die spirituell interessiert sind, Kirche und Glauben näher zu bringen. Elemente könnten Jugendgottesdienste, Musik, gemeinsames Essen, Kreativangebote oder eben die Church Party sein. Dabei werden die Aktivitäten ökumenisch verstanden und stehen allen Jugendlichen offen.

Diesmal sei die Zusammenarbeit mit der katholischen Gemeinde nur wegen kurzfristiger Mittelkürzung nicht zustande gekommen, erläuterte Guido Hinz vom Mitarbeiterkreis „Junge Kirche”. Außerdem kooperiert man mit den diversen Offenen Türen. Es gehe nicht darum, mit den bestehenden Angeboten zu konkurrieren, sondern „Junge Kirche” soll ein ergänzendes Projekt sein. So waren am Samstag die Break-Dancer von der OT Sonnenschein zu Gast.

Eine feste „junge Kirche”

Das Programm kam bei den jungen Leuten prima an: Breakdance, Live-Musik und die Akrobatik des Schülerzirkus Configurani. Einige Sitzgelegenheiten luden zum Gespräch ein, Getränke und Brezeln fanden reißenden Absatz. Bis 23 Uhr ging das Event. Die Organisatoren überlegen jetzt, eine Aachener Kirche fest als „junge Kirche” zu installieren.

In Frage kommt neben der Dreifaltigkeitskirche die Auferstehungskirche. „Die Mauern müssten schallgedämpft werden”, sagen Hinz und Schönauer. Zudem müsste man sich um eine bessere Beheizung, technische Ausstattung und geeignete Toilettenanlagen bemühen - zur Zeit alles noch Zukunftsmusik.

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