Aachen: Laurensberg: Gute Chancen für Grüne

Aachen: Laurensberg: Gute Chancen für Grüne

Es könnte ja sein, dass in Laurensberg demnächst mit Karin Schmitt-Promny eine Grüne den Stadtbezirk repräsentiert, die denn auch bekräftigt, erst mal mit der SPD Gespräche führen zu wollen.

Die bisherige Bezirksvorsteherin Helga Efes (SPD) will zwar wieder antreten, macht ihre Kandidatur aber davon abhängig, was in den Verhandlungsrunden der Ratsparteien herauskommt.

„Ich kann mir durchaus auch vorstellen, eine grüne Kandidatin zu unterstützen.” In Laurensberg sind die Sozialdemokraten mit drei Mandaten nur noch dritte Kraft hinter der CDU, die es auf fünf Plätze gebracht hat und den Grünen, die mit vier Sitzen vertreten sind.

Aber auch Schwarz-Gelb ist möglich, zumindest in Brand, Eilendorf, Kornelimünster/Walheim und Haaren. Dort könnten klassische „bürgerliche” Mehrheiten einen neuen Bezirksvorsteher küren. Der übrigens demnächst Bezirksbürgermeister genannt werden soll.

Größte unter den Bezirksparlamenten ist die Bezirksvertretung Aachen-Mitte. Sie hat 19 Mitglieder, sieben gehören der CDU an, fünf bilden die SPD-Fraktion, vier Grüne, zwei Liberale und ein Linker machen die Gemeindevertretung komplett. Rot-grün-rot, schwarz-rot, Schwarz-Grün, die Ampel mit rot-gelb-grün, aber auch eine Jamaika-Koalition aus schwarz, grün und gelb sind theoretische Möglichkeiten.

Nur die Varianten Schwarz-Gelb oder Rot-Grün sind nicht mehrheitsfähig. Heiner März (SPD) und Ralf Otten (CDU) wollen die Bezirksvertretung führen. Ihre Chancen werden durch die Ergebnisse der Gespräche auf Ratsebene bestimmt. Der Grüne Achim Ferrari: „Es gibt bereits Gespräche mit Heiner März”, rot-grün-rot oder eine Ampel kann er sich vorstellen. Für ihn ist wichtig, dass eine Vereinbarung die für den Rat gilt, auch für die Bezirksvertretung Aachen-Mitte eine gute Lösung sein könne. „Eine Zusammenarbeit von SPD, Grünen und FDP ist in allen Bezirksvertretungen möglich.” Und auch Heiner März sagt: „Wir sollten doch abwarten, was für den Rat geklärt wird.” Er will jedenfalls nicht rot-grün-rot oder eine Ampel-Koalition ablehnen.

Keiner der Bezirkspolitiker will so recht mit der Sprache raus, wie es in ihren Stadtteilen demnächst politisch aussehen soll. Alle verweisen auf die „schwierigen Verhandlungen in Aachen”, denen wolle man nicht vorgreifen. „Was nützt es uns wenn wir eigene Wege gehen, wenn im Stadtrat der Haushalt beschlossen wird”, erklärt Ratsherr und Bezirksvertreter Hubert Rothe (CDU) auf Richterich die Ausgangslage. Er kann sich vorstellen, als nächster Richtericher Bezirksbürgermeister zu fungieren, weiß aber durchaus, dass es nicht gegen die SPD (vier Sitze) und die Grünen (zwei Sitze) reichen wird.

Seine Union kommt ebenfalls auf vier Sitze, die FDP ist mit einem Mann in der Bezirksvertretung präsent. Rothes politischer Gegenpart ist Manfred Kuckelkorn, der schon in den letzten fünf Jahren Bezirksvorsteher war. „Klar trete ich an.” Nicht nur mit den Grünen habe er gut zusammengearbeitet, auch mit Klaus Heeg von den Liberalen habe die Kooperation gut geklappt.

In Eilendorf wird die CDU Elke Eschweiler als Bezirksbürgermeisterin vorschlagen, in Kornelimünster/Walheim sicher wieder ihren Parteikollegen Eberhard Büchel. Ob sie gewählt werden, hängt auch davon ab, ob eine Ampel-Koalition gebildet wird oder eben nicht. Gleiches gilt für Brand, wo es Herbert Henn, der mit 37-jähriger Amtszeit dienstälteste Bezirksvorsteher, mit seinen 75 Jahren es noch mal wissen will. In Haaren soll alles beim Alten bleiben. Ferdinand Corsten wird sich um eine Wiederwahl bewerben, „Bezirksvorsteher zu sein, ist einfach schön”, gibt er zu.

Viele Bezirkspolitiker halten es für klüger, erst nach den Bundestagswahlen mit Ergebnissen an die Öffentlichkeit zu gehen. „Dann ist der Druck nicht so groß.”