Aachen: Laufend gute Arbeit unterstützt

Aachen: Laufend gute Arbeit unterstützt

„Zehn Runden habe ich geschafft.” Der siebenjährige Leon von der Domsingsschule war einer von insgesamt 2633 gemeldeten Läufern anlässlich des elften Aachener Friedenslaufs. Angefeuert von Müttern, Vätern, Omas, Opas, Tanten, Onkels und Passanten liefen die Schüler Freitagfrüh die 800 Meter langen Runden.

„Ich habe vier Sponsoren”, erklärte Leon, von denen jeder dem Schüler 50 Cent pro Runde zugesagt hat. „Ich habe jetzt 20 Euro erlaufen”, konnte er am Ende verkünden.

Damit liegt er deutlich über dem Durchschnitt von zehn Euro pro Läufer, wie die Organisatoren des Friedenslaufs bekanntgaben - darunter die katholische Friedensorganisation Pax Christi, das Netzwerk Aachener Schulen gegen Gewalt und Rassismus, das Forum Ziviler Friedensdienst, der Aachener Friedenspreis, Missio, das Schülercafé Aachen-Fenster, der Bund Deutscher Katholischer Jugend, der DJK Sportverband und Amnesty International.

Der diesjährige Friedenslauf steht unter dem Motto „Mit Herz und Hand für den Frieden - gegen Waffen und Gewalt.” Im Vorfeld gibt es stets ein friedenspädagogisches Begleitprogramm an den teilnehmenden Schulen. Das gesammelte Geld soll der Friedensarbeit in Deutschland, aber auch auf dem Balkan und im Nahen Osten zugute kommen.

Besuch aus Bosnien

„Wenn alles aussichtslos erscheint, dann gibt es in der Regel immer noch einen Weg, der gangbar ist. Man sollte niemals aufgeben”, sagte Pfarrer Christoph Stender, Geistlicher Beirat von Pax Christi im Bistum Aachen.

Ein Hoffnungsträger war im Vorfeld des Laufs aus Bosnien-Herzegowina angereist. Spasoje Kulaga stammt aus der serbischen Teilrepublik im Norden Bosien-Herzegowinas. Im Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 hat er in der Armee gekämpft. Er wurde verletzt und ist seitdem Invalide. Ihm fehlt der linke Fuß. Seine Freunde sind während des Krieges gefallen.

Jetzt unterstützt er Kriegsveteranen. Er geht in seiner Heimat in die Schulen, um den Kindern der Veteranen von den Erlebnissen im Krieg zu erzählen. „Die Kinder sollen ihre Eltern verstehen”, wünscht sich Spasoje Kulaga, der weiß, „dass Krieg niemals eine Lösung sein kann.” Deshalb ist ihm Friedensarbeit wichtig. Deshalb ist er vor dem Friedenslauf nach Aachen gekommen, um auch hier mit den deutschen Schülern zu reden.

So war sich denn auch Leon sicher: „Wir laufen für die Kinder, denen es nicht so gut geht wie uns.” Dabei wird das eingenommene Geld auf drei Projekte aufgeteilt.

Ein Drittel geht an das Netzwerk Aachener Schulen gegen Gewalt und Rassismus und fließt in die Anti-Rassismus- und Anti-Gewalttrainings in Aachen. Das Netzwerk finanziert unter anderem die Auftritte von Patomimekünstler Scheibub, der Kindern spielerisch gewaltfreie Wege der Konfliktlösung beibringt.

„Mit einem weiteren Drittel unterstützt Pax Christi im Bistum Aachen ein Friedensprojekt in Bosnien-Herzegowina. Dort setzen sich zwei deutsche Friedenskräfte für Versöhnung und den Aufbau zivilgesellschaftlicher Strukturen ein. Dabei gibt es Jugendbegegnungen und einen Friedenslauf nach Aachener Vorbild”, erklärt Karen Siebert, Projektleiterin bei Pax Christi.

Das verbleibende Drittel schließlich setzt das Forum Ziviler Friedensdienst im westlichen Balkan ein, in Nahost und den Philippinen, wo Friedensfachkräfte ausgebildet werden sollen.

„Ich fand den Lauf richtig gut”, urteilte Leon, der überzeugt ist, „dass ich jetzt was Gutes für Kinder getan habe.”

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