Aachen: Laub, überall Laub: Der trockene Sommer ist schuld

Aachen: Laub, überall Laub: Der trockene Sommer ist schuld

Was wiegt ein Blatt vom Baum? Kaum der Rede wert. Und wieso schaffen der Stadtbetrieb und die zuständige Spedition derzeit Tonne um Tonne des bunten Zeugs Richtung Kompostanlage? Natürlich weil tiefer Herbst ist und damit die Zeit fürs große Abblättern gekommen ist.

Vollkommen normal also, dennoch liegen all jene Aachener richtig, die der Ansicht sind, dass die Laubmassen in diesem Jahr besonders gewaltig ausfallen. Die Experten bestätigen die Wahrnehmung: Alles kommt auf einmal runter, und wenn sich 100.000 „Straßen- und Anlagenbäume”, so der Fachausdruck, in dermaßen kurzer Zeit ihres Schmucks entledigen, türmt es sich eben.

Detlef Sambale, Abteilungsleiter Grün- und Freiflächenpflege beim Stadtbetrieb, sagt: „In der Menge kommt nicht mehr runter als sonst, aber richtig ist, dass sich die Sache auf einen kleineren Zeitraum verteilt” - zurückzuführen unter anderem auf den trockenen Sommer. Am liebsten hätten es die städtischen Laubsammler, wenn bis Allerheiligen ein Großteil des Materials am Boden läge, doch davon kann im Jahr 2010 überhaupt nicht die Rede sein. Was bedeutet, dass es sich jetzt knubbelt.

Mit zu Laubbläsern umgerüsteten Großflächenmähern sind die Mitarbeiter des Stadtbetriebs zurzeit in Parks und Anlagen unterwegs, um das Laub zu langen Reihen oder riesigen Haufen zusammenzufegen, zwecks Abtransport in Containern. Auch die Kehrmänner haben alle Hände voll zu tun, Straßen und Plätze vom Laubteppich zu befreien. Anschließend wird alles, was „kompostierungsfähig” ist, von einem beauftragten Unternehmen zur Kompostanlage gefahren.

Bei exakt 99.800 Bäumen und zahllosen Großsträuchern im öffentlichen Raum (ohne die Wälder) kommt da einiges beisammen. Im Vergleich mit anderen Städten ist Aachen ziemlich gut bestückt mit innerörtlichem Baumbestand, in Bonn zum Beispiel kommt man nur auf 80.000 Exemplare.

Im Häcksler zerkleinern

Damit auch Laub anständig verrottet, wird geraten, es im Häcksler zu zerkleinern und anschließend mit anderem Abfall zu vermischen. Wenn sich Blatt auf Blatt presst und der ganze Klumpatsch keine große Oberfläche aufweist, wird nur schwer anständiger Kompost draus.

Unabhängig von der Witterung und egal, wie sich der Laubfall verteilt - bis in den Februar des jeweils nächsten Jahres hinein ist dem Stadtbetrieb die Beschäftigung mit dem Laub sicher. Dann kommt allmählich das Frühjahr, die Natur ergrünt, und ein paar Monate später hat sie es wieder hinter sich.

Der flächendeckende Einsatz von Laubbläsern erleichtert die Arbeit ungemein, erfreut aber nicht alle Beobachter, weil sie Ungemach für Teile der Tierwelt befürchten. Diese Sorge sei unbegründet, sagt dagegen Sambale, „denn so ein Käfer wird ja nur zu einem unfreiwilligen Flug gezwungen” und lande in aller Regel unbeschadet auf weicher Unterlage.