Aachen: Landesamt will Klarheit: Haaren erhält eine Messstation

Aachen : Landesamt will Klarheit: Haaren erhält eine Messstation

Die Stadt Aachen wird am Mittwoch ihre vierte Luftmessstation erhalten. An der Alt-Haarener-Straße soll dann ein sogenannter Passivsammler installiert werden, von dem sich das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) genauere Erkenntnisse über die Stickstoffdioxidbelastung in der eng bebauten Durchgangsstraße erhofft.

Dies bestätigte Lanuv-Sprecherin Birgit Kaiser de Garcia am Montag auf Anfrage der „Nachrichten“. Das Lanuv kommt damit einem Antrag des Umweltverbands BUND nach, der seit langem davon ausgeht, dass die Anwohner der Alt-Haarener-Straße weit höheren Belastungen ausgesetzt sind als etwa Innenstadtbewohner.

Umweltverbände kritisieren daher auch die Grenzziehung der ab Februar geltenden grünen Umweltzone. Um die gewünschte Wirkung zu entfalten, müsste diese Zone ihrer Meinung nach den gesamten Aachener Talkessel umfassen, mindestens aber auch die stark belasteten Ortsteile Haaren und Eilendorf einbeziehen.

Gegen eine solche Ausweitung hat sich die Stadt Aachen bislang erfolgreich wehren können, wie überhaupt das städtische Umweltamt auch die neue Messstelle — neben jenen an der Wilhelmstraße, am Adalbertsteinweg und in Burtscheid — zunächst für überflüssig hielt. Die örtliche Behörde geht davon aus, dass die kritischen Grenzwerte an der Alt-Haarener-Straße nicht mehr überschritten werden, weil unter anderem auch die Verkehrsmenge abgenommen habe.

Am Laternenmast

Nun soll der neue Passivsammler Klarheit bringen, welche der bislang nur auf Berechnungen beruhenden Annahmen richtig ist. Laut Kaiser de Garcia wird ein Jahr lang der Stickstoffdioxidgehalt in der Luft gemessen, um herauszufinden, ob sich der Verdacht der Umweltverbände bestätigt.

Auf die Einrichtung dieser Messstation haben zuletzt auch die Bezirksvertreter in Haaren gedrängt. Bezirksamtsleiter Frank Prömpeler begrüßte am Montag ausdrücklich die geplante Installation.

Die Passivsammler erinnern an Konservendosen, die meist in drei bis vier Meter Höhe an Laternenmasten angebracht werden. Sie sind preiswert und kommen ohne Energieversorgung aus, erfüllen nach Angaben des Lanuv aber alle Anforderungen der EU an die Datenqualität.

Die Messergebnisse werden daher Auswirkungen auf die weitere Luftreinhalteplanung in Aachen haben. Ob Haaren im nächsten Jahr womöglich doch noch in die Umweltzone eingezogen werden muss, hänge dann jedoch von weiteren Entscheidungen der Kölner Bezirksregierung ab, so Kaiser de Garcia.

Bis dahin dürfte auch das Kölner Verwaltungsgericht über eine Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) entschieden haben, die im Schulterschluss mit örtlichen Umweltverbänden weitreichendere Maßnahmen zur Luftreinhaltung in Aachen als bislang vorgesehen fordert. Die DUH hält unter anderem stärkere Einschränkungen beim Pkw-Verkehr — insbesondere für Dieselfahrzeuge — für nötig und fordert erhebliche technische Nachrüstungen für Busse älterer Bauart.

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