Aachen: Läufer, Radfahrer und mehr als 500 Demonstranten

Aachen: Läufer, Radfahrer und mehr als 500 Demonstranten

„Es gibt Zeiten, in denn wir akzeptieren müssen, kleine Schritte voran zu machen. Und es gibt andere Zeiten, in denen du rennen musst wie ein Büffel. Jetzt ist es Zeit zu rennen“ Unter diesem Motto machten die Teilnehmer von „Run For Your Life“ am Wochenende Station Aachen.

Am Freitagnachmittag warb Aktivist Gary Evans am Elisenbrunnen für den Klimaschutz, gemeinsam mit Mitstreitern von Greenpeace und Attac. „Ich laufe für das Leben“, sagt der seit Jahrzehnten für den Umweltschutz engagierte Mann, der mit seinem Schäferhund Akiro unterwegs ist.

Er ist Teilnehmer beim Staffellauf von „klimabewegten Menschen“ von der Arktis nach Paris. „Es ist die größte Klimaperformance der Welt“, betont Evans. Hintergrund ist die Weltklimakonferenz, die ab dem heutigen Montag in Paris stattfindet.

Aus diesem Anlass initiierte die schwedische Theater- und Aktivistengruppe Riksteatern einen Staffellauf, beginnend in Kiruna, der arktischen Region Nordschwedens, endend in Paris, wo die Verhandlungen stattfinden. Das sind mehr als 4000 Kilometer. 20 Tage wurde rund um die Uhr gelaufen. „Der Lauf soll der Forderung nach Klimagerechtigkeit und einer nachhaltigen Zukunft mehr Nachdruck verleihen“, erklärt Evans.

Nicht nur die Staffelläufer kämpfen fürs Klima. Bei einer Kundgebung am Sonntag gingen in Aachen mehr als 500 Menschen auf die Straße und setzten ein Zeichen für erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit. Organisiert wurde die Kundgebung von der Gruppe „Transformation Zukunft“, zahlreiche Aktive von Aachener Umweltinitiativen beteiligten sich.

„Wir brauchen diesen Dreck nicht“, rief Rüdiger Haude vom Solarenergie-Förderverein bei der Auftaktkundgebung am Elisenbrunnen. Angeschlossen hatte sich auch das „Aktionsbündnis gegen AKW“, dessen Mitglieder eigentlich in Paris demonstrieren wollten. Dort waren aber alle Aktionen aus Sicherheitsgründen verboten worden.

1400 Kilometer auf den Rad

Ebenfalls in Aachen dabei waren die Teilnehmer der Klimabewegung „Cooperide“. „Wir sind eine Gruppe internationaler Studenten, Radenthusiasten und Klimaaktivisten aus der Öresund-Region, die eine Fahrradtour von Kopenhagen zur Klimakonferenz in Paris organisieren, den Cooperide“, erklärt Hanna Burckhardt.

Auf der Reise sei man mit mehr als 20 Radlern 22 Tage unterwegs, insgesamt 1400 Kilometer durch Dänemark, Deutschland, Belgien und Frankreich. „Unser Ziel ist, Aufmerksamkeit für mehr Klimagerechtigkeit schaffen“, erklärt Burckhardt. Es gehe um den ersten Schritt in eine saubere, gerechte Zukunft mit sauberer Energie zu 100 Prozent.

Die Aachener Veranstaltung bot eine Alternative für alle, die nicht am zentralen Klimamarsch am selben Tag in Berlin teilnehmen konnten. Ziel der Aktion ist, ein positives Signal nach Paris zu senden: Wir können einen gerechten, verbindlichen Klimavertrag schließen und bis 2050 zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien umsteigen, um den Klimawandel noch zu beschränken.

Im wahren Sinne des Wortes ins Wasser fiel dagegen am Sonntag eine Aktion Aachener Bürger zum Weltklimagipfel. Regen und Sturm hielten Besucher vom Elisenbrunnen fern, wo sich um 5 vor 12 Uhr rund 15 Akteure unter der Federführung von Künstler Peter J.M.Schneider zu einer Performance zusammenfanden. Ein langes blaues Tuch symbolisierte den steigenden Meeresspiegel, der Städte untergehen lassen und Katastrophen hervorrufen kann.

(krü, can, ipf)
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