Aachen: Ladies in Black: Hallensituation ist „unhaltbar“

Aachen : Ladies in Black: Hallensituation ist „unhaltbar“

Seit zehn Jahren spielen die Ladies in Black in der Volleyball-Bundesliga. Seit Anfang an dabei ist Hallensprecher André Schnitker. Er muss es also wissen, wenn er sagt: „Die Euphorie ist spürbar — bei den Ladies und den Fans.“ Erstmals seit fünf Jahren stehe man wieder in einem Halbfinale, und Schnitker ist überzeugt: „Die Mädels können die Großen wie Stuttgart ärgern.“

Ausgelöst wird die tolle Stimmung durch den tollen Erfolg der Volleyballerinnen des PTSV Aachen, die am Samstag, 7. April, das Rückspiel im Halbfinale der Deutschen Meisterschaft bestreiten. Gegner ist der favorisierte MTV Stuttgart, der die Ladies im Hinspiel bereits mit 3:1 besiegt hat. Nun versuchen die Mädels von Trainerin Saskia van Hintum, mit einem Sieg am Samstag ein drittes Spiel — dann erneut in Stuttgart — zu erzwingen.

Schon im Viertelfinale sorgten die Ladies für eine tolle Stimmung in Maaseik — am kommenden Samstag im Halbfinale soll es noch besser werden. Doch Hallensprecher André Schnitker weiß, dass solche Ausflüge keine Dauerlösung sein können. Foto: Andreas Steindl

Und der PTSV setzt alle Hebel in Bewegung, dass die Ladies diesen Versuch mit der Unterstützung einer echten Heimspielatmosphäre in Angriff nehmen können. Und das ist gar nicht so einfach. Denn — wie schon im Viertelfinale gegen Wiesbaden — müssen die Aachenerinnen für ihr Heimspiel wieder ins belgische Maaseik umziehen, weil die Halle in der Neuköllner Straße bekanntlich zu niedrig ist. Für die Hauptrunde der Bundesliga erhalten die Ladies seit Jahren eine Ausnahmegenehmigung für ihren Hexenkessel in der Neuköllner Straße, für die Playoffs gilt die allerdings nicht.

Für André Schnitker muss das kein Nachteil sein. „Es ist eher eine Chance“, sagt der 56-Jährige, „denn schon in der Neuköllner Straße verlieren wir Zuschauer, die nicht stundenlang anstehen wollen oder mehr Komfort wünschen. Und die können wir vielleicht jetzt zurückholen.“ Außerdem zeige der Auftritt in Maaseik, was in einer professionellen Halle alles möglich sei — im Rahmenprogramm oder beim Service.

Doch Schnitker weiß auch, dass Spiele in Maaseik oder Düren keine Dauerlösung sein können, zumal die Ausflüge wegen der anfallenden Hallenmieten stets Zuschussgeschäfte sind. Und mehr noch: „Eigentlich ist es ein unhaltbarer Zustand, dass Aachen immer noch keine bundesligataugliche Halle hat.“ Und das, obwohl die Ladies seit zehn Jahren erstklassig seien und es neben dem PTSV durchaus weitere interessierte Nutzer für eine Mehrzweckhalle in Aachen gebe. Schnitker, der im Hauptberuf Referent von Oberbürgermeister Marcel Philipp ist, glaubt, dass der missglückte Tivoli-Neubau, den die Stadt von der Alemannia hat übernehmen müssen, immer noch nachwirke, wenn es um neue Sportstätten in Aachen geht. „Doch Aachens Politiker sollten sich vielleicht überlegen, ob die Halle in der Neuköllner Straße wirklich die Zukunft für Aachens Hallensportarten sein kann.“ Er glaubt das nicht.

Im vergangenen Jahr zogen die Ladies erstmals ins rund 50 Kilometer entfernte Maaseik um. Damals schied man vor 910 Zuschauern nach einem 1:3 gegen Schwerin im Viertelfinale aus. Vor zwei Wochen waren es dann schon 1300 Fans, die das 3:0 gegen Wiesbaden feierten. Und am Samstag sollen es nun 2000 werden.

Denn die Ladies haben den Ausflug nach Belgien unter das Motto „Der Hexenkessel zieht um: 2000 nach Maaseik“ gesetzt. Mehr als 600 Karten sind bereits verkauft — obwohl Gegner und Termin erst kurz vor Ostern feststanden. Deshalb glaubt André Schnitker: „2000 sind durchaus realistisch.“