Aachen: Kurpark-Classix: Nur der Vorverkauf läuft nicht wie erhofft

Aachen : Kurpark-Classix: Nur der Vorverkauf läuft nicht wie erhofft

Lkw fahren im Minutentakt in den Kurpark, Bühnenarbeiter laufen emsig hin und her und nicht zuletzt klingelt das Smartphone. „Heute ist Anlieferungstag“, erklärt Christian Mourad, Veranstalter der 9. Kurpark Classix.

Einen Tag, bevor im Aachener Kurpark die ersten klassischen Töne erklingen, krempelt er die Ärmel hoch und packt mit an. Die Bühne lässt bereits erahnen, welche musikalischen Genüsse sich dort in den kommenden vier Tagen entfalten werden.

„Auch die Tribüne ist fertig aufgebaut, der Ton hängt und das Licht ist gesetzt. Nun positionieren wir noch die Mikrofone und rauschen die Anlage ein, wie man in der Fachsprache sagt“, erklärt der Veranstalter. Wenn Freitagabend zum Auftakt, der „Night at the Opera“, ab 20 Uhr das Wetter genau so mitspielt wie bei der Generalprobe am Donnerstag, dann macht er zehn Kreuzzeichen.

„Wir sind als Open-Air-Festival halt stark vom Wetter abhängig, und das hat auch einen Einfluss auf die Picknick-Laune der Besucher. Bei schönem Wetter sind sie natürlich kreativer als bei Kälte oder gar Regen.“

Der erste Konzertabend ist sehr beliebt beim Aachener Publikum. Es trifft sich schon zwei Stunden vor Beginn, breitet die Picknickdecken samt Leckereien und Getränken aus, und blitzschnell ist die Wartezeit bis zum ersten Ton des Sinfonieorchesters Aachen unter der Leitung von Generalmusikdirektor Kazem Abdullah vergangen.

Besonders in Erinnerung geblieben sind die fantasievoll verkleideten Picknickgesellschaften, vor allem die Gruppe „Teaparty bei Alice im Wunderland“. Die Opernmusik erfreut die Klassikliebhaber, bevor am Samstag Broadway-Star Ute Lemper auftritt und es am Sonntag mit „Classix For Kids“ und der Last Night unter dem Motto „Russische Seele“ mit dem großem Abschlussfeuerwerk hoch hergeht.

Mit dem schleppenden Vorverkauf für all diese Veranstaltungshöhepunkte im Aachener Kulturkalender ist Mourad nicht so ganz zufrieden: „Da muss ich noch mal in mich gehen. Ob es am frühen Termin oder am Line-Up liegt, kann ich momentan nicht sagen.“ Finden die Classix sonst nach den Sommerferien statt, sind sie nun aufgrund der Reit-Europameisterschaften im Juni sehr früh angesiedelt.

Ob Mourad die 15.000 Besucher von 2014 diesmal wieder erreicht, bleibt abzuwarten. Für Kurzentschlossene gibt es noch an allen Tagen Wiesen- und Tribünenkarten. Nur bei Lionel Richie am Montagabend ist die Tribüne bereits komplett ausverkauft. „Für den amerikanischen Weltstar liegt eine Genehmigung für bis zu 8000 Fans vor“, erklärt Mourad.

Die Zusammenarbeit mit dem Management von Lionel Richie sei im Vorfeld normal verlaufen. „Natürlich gibt es da einen hohen Standard bei Licht und Ton, den wir erfüllen müssen. Und es kann auch noch auf die letzte Minute den einen oder anderen Sonderwunsch geben“, plaudert er aus dem Nähkästchen. Eine solchen Künstler nach Aachen zu holen, sei schon eine Sensation. „Der Montag als Extra-Konzerttag hat sich in den vergangenen Jahren etabliert. Es ist aber keine feste Regel, ich schaue jedes Jahr, wie es passt.“

Über die Jahre hat Christian Mourad mit seinem Konzept viele Stammgäste gefunden. Sogar eine Art Dauerkarte gibt es mittlerweile: Wer drei von fünf Konzerten besucht, wird für die Treue belohnt und erhält einen Rabatt in Höhe von 30 Prozent auf den Gesamtpreis. Und noch bevor am Freitag um 18 Uhr bei hoffentlich sommerlicher Atmosphäre die ersten Gäste in den Kurpark strömen, gibt Mourad den Termin für die zehnte Auflage seiner Konzertreihe bekannt: Am 26. August 2016 ist es wieder soweit.