Aachen: Kuratorin Sabine Bücher hört nach 15 Jahren auf

Aachen: Kuratorin Sabine Bücher hört nach 15 Jahren auf

Nach 15 Jahren ist Schluss. „Ich habe enorm viel Energie und Einsatz in die Ausstellungen gesteckt. Es war sehr bereichernd für mich, eine Plattform für meist noch nicht etablierte Künstler zu schaffen“, sagt Kuratorin Sabine Bücher. „Ich bin aber nicht wehmütig. Es gibt noch etwas Anderes.“

Etwas Anderes wird es auch für den Raum für Kunst in der Elisengalerie geben, wenn er im nächsten Frühjahr mit neuem Konzept wieder öffnet. Noch will Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Hubert Herpers, der bei der Vernissage zur Abschiedsausstellung im Beisein der Repräsentanten Professor Dr. Manfred Sicking und Honorarkonsul Hans-Josef Thouet die Begrüßung übernahm, nichts verraten. Man sei aber „in guten Gesprächen“.

Herpers dankte Sabine Bücher für die langjährige Arbeit und erinnerte an seinen Vorgänger Hans Kauhsen, der seinerzeit die Idee zum Raum für Kunst hatte. Zwar betreibe die Sparkasse seit etwa 50 Jahren Kunst- und Künstlerförderung, aber der Raum für Kunst sei eine Art Quantensprung gewesen.

69 Ausstellungen mit 72 Künstlern hat es seit dem 2. April 1998 gegeben — allesamt unter der Federführung von Sabine Bücher. Ihre letzte und noch bis Ende Juni laufende Ausstellung ist ein wahres Meisterstück, mit dem sie in besonders nachhaltiger Erinnerung bleiben wird, denn der Londoner Künstler Simon Benson ist eine für Europa nicht übliche Doppelbegabung als Zeichner und Dichter.

In seiner Einführungsrede in die Ausstellung „Until (I) Open (My) Eyes“ von Simon Benson zeigte sich Professor Dr. Wolfgang Becker, ehemaliger Direktor des Ludwig-Forums, wehmütig hinsichtlich des Abschieds von Sabine Bücher, erfreut aber über die Botschaften in den Texten und Bildern des Künstlers. Für ihn ist der 57 Jahre alte gebürtige Londoner, der in Eindhoven in den Niederlanden lebt, ein „manischer Beweger von Graphitstiften.“ In sanftem Grau präsentieren sich die Zeichnungen von steilen Bergen und welligem Wasser, gezeichnet nach Fotografien, die der Künstler selbst auf seinen Wanderungen in den spanischen Pyrenäen gemacht hat.

Die ruhigen, fast meditativen Arbeiten zeichnet er mit nur zwei Stiften, einem weichen Bleistift für die kleinen Arbeiten und einem sehr weichen für die großen. Benson legt kurze poetische Texte über die Zeichnungen, die anrühren und still machen. „In diesen Evokationen geht es um unerfüllte Sehnsucht und schwindende Erinnerung“, erläutert Becker. „Benson zeichnet, was er nicht aussprechen kann und bricht in seinen Evokationen Käfige auf.“ Benson stellt nach seiner Ausstellung im Haus für Kunst in München zum zweiten Mal in Deutschland aus. Allein hat er die Arbeiten im Aachener Raum für Kunst gehängt und zwischen den Arbeiten Raum für Stille gelassen. „Zeichnen und Schreiben sind für mich zwei Seiten der selben Sache“, sagt er. „Mir geht es immer auch um die andere Seite.“

Noch bis zum 29. Juni kann die Abschluss-Ausstellung im Raum für Kunst in der Elisengalerie besichtigt werden, dienstags und donnerstags bis samstags von 12 bis 17 Uhr.

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