Aachen: Kunstwerke mit Migrationshintergrund

Aachen : Kunstwerke mit Migrationshintergrund

Die Vermischung und Durchdringung der Kulturen, das Verschwinden von Grenzen in den Köpfen— das sind für viele Künstler beliebte Themen: Wie sehr prägt und bindet die eigene Herkunft? Welche Gemeinsamkeiten, welche Unterschiede gibt es in den Kulturen?

Im Rahmen des Sommerfestes eröffnete am Sonntag die Ausstellung „Intercultura“ im Atelierhaus in der Süsterfeldstraße. Zu sehen sind im Saal des Haupthauses zwölf interkulturelle Positionen von Azam Abrisham, Marlis Diemont, Hella Frowein-Hagenah, Monika Radhoff-Troll, Monica Reschka, Gerhard Günther, Andrea Heuser, Piet Hodiamont, Olivia Janku, Janice Orth, Dan Rusu, Dorothee Schmidt und Elena Starostina. Die Werke veranschaulichen den Einfluss und Anteil verschiedener Kulturen in der Kunst.

Es geht um Aspekte wie Schrift, Ornamentik, Musik, Farben oder religiöse und traditionelle Symbole. Diese werden kreativ aufgegriffen und in neue Kontexte gesetzt, um das Interesse des Betrachters zu gewinnen.

„Ich habe viel im Ausland gelebt, unter anderem fünf Jahre in Asien und reise gern. Die Kultur und Farben der Länder im Bild festzuhalten, die Sehnsucht nach der Ferne festzuhalten und ein atmosphärisches Lebensgefühl auszudrücken, das ist mein Wunsch“, erklärt Künstlerin Dorothee Schmidt. Ihr Bild „Kuba“ macht deutlich, mit welcher Leidenschaft Schmidt in der Welt unterwegs ist. „Auf Kuba könnte ich mir vorstellen zu leben“, sagt die Malerin.

Seit März mit einem eigenen Raum im Atelierhaus vertreten ist Elena Starostina. Die russische Künstlerin möchte mit ihrem Werk „Pfingstrosen“ die Kultur und Natur ihrer Heimat einbringen. „In der orthodoxen Religion spielt Pfingsten eine wichtige Rolle, und ich möchte die Verbindung von Kirche und Natur betonen. Diese besonderen Blumen sind ein Symbol, erinnern mich an meine Heimat“, erzählt Starostina.

Die Künstlerin Janice Orth hat Menschen im Rahmen des Festivals der Amateurkünste am 2. Juni im Stadion in Maastricht mit einem Band verbunden und fotografiert.

Dan Rusu zeigt die „Wintertraditionen in Rumänien“. Er hat zudem ein „Dreiländereck“ konstruiert, bei dem man sich im Klostergarten blindlings die Hände reichen konnte. Neben diesen ausdrucksstarken Arbeiten sind auch Installationen, Skulpturen sowie Video- und Tonaufnahmen zu sehen beziehungsweise zu hören.

In Kooperation haben die Künstlerinnen Monika Radhoff-Troll, Monica Reschka und Hella Frowein-Hagenah im Vorübergehen gesammelte Sprachfragmente und Bilder aus der Euregio dokumentiert. Diese Textcollage wurde im Rahmen der Eröffnung von Robert Seiler, Schauspieler am Theater Aachen, vorgetragen. Der Aspekt der „Interkulturalität“ mit dem Motto „Europa wiederentdecken“ ist Teil des Bidbooks der Bewerbung Maastricht als Kulturhauptstadt 2018.

Die Ausstellung „Intercultura“ im Atelierhaus an der Süsterfeldstraße 99 ist noch bis 28. Juli dienstags bis freitags von 10 bis 13 Uhr sowie samstags und sonntags von 12 bis 15 Uhr geöffnet. Am Samstag, 20. Juli, findet im Rahmen der Werkschau das Konzert „Troubadour“ mit Piet Hodiamont statt. Der Eintritt kostet zehn Euro, geboten wird Musik mit der spanischen Laute, Gesang, Saxophon und Lichtprojektion. Am Sonntag, 21. Juli, findet um 16 Uhr ein Philosophisches Gespräch unter dem Titel „Wo ist Heimat?“ statt. Dabei geht es um die Frage nach Identifikation, dem Gefühl von Heimat und Zugehörigkeit.