Aachen: Kunstszene trauert um Gabriel Feuerstein

Aachen : Kunstszene trauert um Gabriel Feuerstein

Die Kunstszene der Stadt und seine Familie trauert um Gabriel Feuerstein. Der studierte Grafik-Designer ist am Donnerstag im Alter von 68 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Als freischaffender Bühnenbildner hatte er sich auch deutschlandweit einen Namen gemacht.

Als solcher hatte er auch den Strunx-Sitzungen der alternativen Karnevalisten seinen Stempel aufgedrückt. Feuerstein galt als Allrounder mit solider Grundausbildung. Studiert hatte er nach einer Dekorateur-Lehre in Aachen und an der renommierten Düsseldorfer Kunstakademie zu Zeiten von Joseph Beuys. Er beschränkte sich jedoch nicht auf die bildende Kunst, sondern gehörte 1976 zu den Gründern des Kinder- und Jugendtheaters Avanti, dessen Leitung er in den 1990er Jahren übernahm.

Auch als Karikaturist tat er sich mit seinem unverwechselbaren Stil und seiner Vorliebe für Bleistift und Aquarellfarben hervor. Aus seiner Feder stammte unter anderem „Carla die Kleine“, die vor elf Jahren in den „Aachener Nachrichten“ als Ururururenkelin Karls des Großen mit frechen Sprüchen das Stadtgeschehen begleitete.

Ebenso hielt er eine Zeit lang als Chronist das bunte Treiben auf dem Weihnachtsmarkt fest — im Auftrag des Veranstalters MAC, der ihm dafür eigens eine Bude auf dem Markt eingerichtet hatte. Beliebt waren nicht zuletzt seine spontanen Karikaturen auf Zurufe von Passanten.

Seit 2007 war Feuerstein auch als Kunstlehrer an der Maria-Montessori-Gesamtschule tätig. Dort leitete er unter anderem eine Theater AG. Und weil Feuerstein nicht zuletzt Platten­cover etwa für die Aachener Band Rufus Zuphall entwarf, wird der Künstler auch in der Musikszene vermisst.

Feuerstein starb wenige Tage bevor er 69 geworden wäre. Die Termine für die Beisetzung und eine Abschiedsfeier stehen noch nicht fest.

(wb/gei)
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