Aachen: Kunstroute feiert 20-jähriges Bestehen mit viel Kultur bei freiem Eintritt

Aachen : Kunstroute feiert 20-jähriges Bestehen mit viel Kultur bei freiem Eintritt

Die Luft sei noch lange nicht raus, sagt Susanne Schwier, Kulturdezernentin der Stadt Aachen: „Das Gegenteil ist der Fall.“ Denn auch nach nun 20 Jahren sei die Aachener Kunstroute keineswegs ein schnöder Trampelpfad, der schon abgelaufen daherkomme, sondern vielmehr ein prächtiger Wanderweg für Kulturbegeisterte. Und genau diese Route rundet laut Schwier den kulturellen September in der Stadt ab.

Zum 20-jährigen Bestehen wolle man noch einmal richtig Gas geben, daher habe sich das Organisatorenteam die Finger wundgetippt und viele Telefonate geführt, um ein volles Programm für das kommende Wochenende auf die Beine zu stellen.

Über 200 Künstler werden an 49 Stationen Malereien, Zeichnungen, Fotos, Objekte und andere Installationen zur Schau stellen. Weit mehr als die Hälfte von ihnen wird vor Ort sein, um mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen. Geplant sind außerdem 63 Events rund um das Kunstwochenende, und zudem haben wieder alle sechs Aachener Museen geöffnet. „Und das Schönste ist, dass es ein niedrigschwelliges Angebot ist“, sagt Schwier. Denn der Eintritt ist überall frei.

Außergewöhnliche Szene

Traditionell findet die Kunstroute, eine Initiative der Aachener Kunstinstitutionen zur Förderung zeitgenössischer bildender Kunst, am letzten Wochenende im September statt. So natürlich auch in diesem Jahr. „Überall sind die Türen offen, und es ist ein entspanntes Miteinander“, sagt Schwier. Daher sei dieses Angebot auch für all diejenigen geeignet, die sich dem Thema Kunst vielleicht erst annähern möchten.

„Zum Jubiläum können wir 49 Stationen anbieten — dementsprechend umfangreich ist daher auch die Broschüre“, sagt Heinrich Hüsch, Organisation Aachener Kunstroute und Sprecher der Initiative Aachener Kunstinstitutionen. In genau die sollten die Besucher reinschauen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Das geht am besten beim Startschuss am Freitag, 22. September, um 20 Uhr bei der Vernissage in der Aula Carolina.

Am Samstag, 23. September, und Sonntag, 24. September, kann die Kunst dann jeweils von 11 bis 18 Uhr bestaunt werden. Und da werden auch in diesem Jahr 15.000 bis 20.000 Besucher erwartet. Die Veranstaltungsorte lassen sich an Fahnen erkennen, welche vor den Räumlichkeiten der Teilnehmer aufgehängt werden.

Angefangen habe alles mit zehn Stationen. In den vergangenen Jahren hätte man dann aber meist zwischen 40 und 50 Stationen angeben können. „Die Vielfältigkeit steht in diesem Jahr im Vordergrund. Mit sechs Museen, 17 Galerien und Produzentengalerien, neun Künstlergruppen und 17 Kulturinstitutionen und Ausstellungsräumen, haben wir die Zahl der Stationen seit Beginn der Kunstroute absolut vergrößert“, so Schwier weiter.

„Wir hatten aber auch Zeiten, in denen das ganze Ding auf der Kippe stand. Das muss man auch ehrlicherweise sagen. Aber jetzt läuft es wieder“, sagt Rick Takvorian, Leiter des Veranstaltungsmanagements im Kulturbetrieb der Stadt Aachen. Dass die Kunstroute auch nach all den Jahren noch so gut angenommen werde, habe auch mit der Kunstszene an sich zu tun.

„Hier gibt es sehr viel Talent. Wir haben eine spannende und außergewöhnliche Kunstszene in Aachen. Die Route betont das und hat zudem internationales Flair“, so Tak­vorian weiter. Neben vielen Stammteilnehmern sind daher in diesem Jahr auch kleinere Galerien vor allem aus dem Jakobsviertel dabei, auch im Depot wird es einiges zu entdecken geben.

Allein drei Stationen gibt es im Tuchwerk in der Soers, daher lohnt sich laut Hüsch auch der Weg dorthin. Zudem nehmen Gastkünstler an der Veranstaltung teil, die auch für Gespräche zu haben sind. So können sich die Besucher auch gleich informieren und über Kunstwerke austauschen. Als zusätzliche Besonderheit kündigt er in diesem Jahr die Zentralausstellung in der Aula Carolina an. Dort gibt es die gemeinsame Ausstellung „Spektrum 2017“ aller Stationen.

Arbeiten von über 50 Künstlern werden zu sehen sein. Und wer am kommenden Wochenende mindestens vier Stationen besucht und dies abstempeln lässt, kann auch etwas gewinnen, nämlich ein Kunstwerk nach Wahl im Wert von 500 Euro. „Circa 100 Arbeiten werden dafür zur Auswahl stehen. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei“, sagt Hüsch. Die Stempelkarten erhält man vor Ort. Dort kann man auch gleich das favorisierte Kunstwerk angeben, das man gewinnen möchte.

Inspiration finden die Besucher in den vielen Galerien und Veranstaltungsstätten. Mit dabei sind unter anderem die Galerien Artco, Artikel 5, das Atelier Pasch im Tuchwerk, das Atelierhaus Aachen, das Burghof Theater Afrikahaus, das Deutsch-Französische Kulturinstitut sowie die Freie evangelische Gemeinde und die Galerie Frutti dell‛Arte.

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