Aachen: „KunstHierHer“: In jedem Raum eine andere Welt

Aachen : „KunstHierHer“: In jedem Raum eine andere Welt

Unter dem Titel „KunstHierHer“ organisiert die Aachener Künstlerin Susanne Patzke immer wieder neue Ausstellungen. Die Nadelfabrik am Reichsweg ist dabei ihr Lieblingsschauplatz. Vier Künstler, zwei aus Köln und zwei aus Aachen, stellen hier ab heute ihre Arbeiten vor.

Zu sehen sind Fotografien von Andreas Herrmann, Skulpturen von Bernd Müller sowie Zeichnungen und Malereien von Angelika Schneeberger und Susanne Patzke. In den weitläufigen Räumen in Haus 3 der Nadelfabrik finden alle ausreichend Platz, um einen Eindruck ihrer Arbeiten zu vermitteln.

Angelika Schneeberger arbeitet gerne mit dem Bleistift. Foto: Harald Krömer

Andreas Herrmann stellt ein breites Spektrum seiner Fotografien vor. „Die Architektur ist nach wie vor mein Hauptthema,“ sagt er, und so findet sich die Detailaufnahme eines Reliefs an der Elisabethhalle neben einem Bild von Mailand, und ein Lichtbild vom Super C gibt einen ganz eigenwilligen Blick auf das Gebäude am Templergraben.

Architektur ist das Hauptthema von dem Aachener Fotografen Andreas Herrmann. Foto: Harald Krömer

Eine ganze Reihe von künstlerischen Fotos thematisieren das Schrittmacher-Festival, aber auch Landschaften sind Herrmann ein Bild wert. Da ist zum Beispiel der Blick auf die Alpen, oder ein Olivenwald neben einem Gerstenfeld in Lemiers. Und an einer Wand hängen gleich fünf Bilder seiner Reihe „Glasmurmelwelten“, Bilder, bei denen die Farben so richtig knallen, wie er selber meint.

Der Kölner Bildhauer Bernd Müller präsentiert Plastiken und Skulpturen. Foto: Harald Krömer

Der Besucher der Ausstellung wandert von Raum zu Raum und kann sich dabei jeweils immer wieder mit einem anderen Künstler auseinandersetzen. Der Bildhauer Bernd Müller aus Köln präsentiert Plastiken und Skulpturen. Er nutzt Situationen und Begegnungen, um sie in seinen Plastiken zu verarbeiten. Bronze ist ihm dabei ein liebgewordenes Material. In einem komplizierten Prozess fertigt er seine Arbeiten zunächst in Ton an. Ein Negativabdruck wird später von einem Bronzegießer befüllt.

Damit diese Zusammenarbeit auch wirklich funktioniert, ist laut Müller ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Künstler und Bronzegießer unerlässlich. Seine Arbeiten liefern Familienkonstellationen oder auch einen Geschäftsmann mit Aktenkoffer, der hoch oben auf einem Einrad locker über einen Stau hinüberfährt. Immer wieder blickt Müller mit einem Augenzwinkern auf zunächst alltäglich scheinende Situationen. „Und Stühle spielen dabei oft eine große Rolle“, sagt er selbst.

Mit dem Bleistift nähert sich die Kölner Künstlerin Angelika Schneeberger der Natur: Sie hat Zeichnungen zu ihrem Hauptthema gemacht und liefert schwarz-weiß Bilder von Blätterwerk und Ästen, die sie nach eigenem Gutdünken zusammenstellt. „Es ist eine sehr langwierige Arbeit, und das bringt mich manchmal zur Verzweiflung“, sagt sie, und kann dennoch nicht davon lassen. Jeder Spaziergang durchs Venn oder die Eifel inspiriert sie. Eine Landschaft in Husedum oder der Blick in den Wald (beide Öl auf Leinwand) geben ihrem Schaffen eine ganz neue Perspektive. Und bei zwei anderen Ölbildern kommt sogar so richtig Farbe ins Spiel.

Farbe spielt bei den Arbeiten von Susanne Patzke eine ganz große Rolle. „Mich interessiert der Mensch an sich“, sagt sie. In einer Reihe von Bildern hat sie sich durch alte Meister inspirieren lassen und versieht deren Menschen mit einem Selfiestick oder Kopfhörern.

„Der Gedanke, durch die Zeit reisen zu können, hat mich von jeher fasziniert“, sagt sie. Einen Großteil ihrer Ausstellung aber nehmen Porträts ein, die sie im Laufe der Jahre von anderen Künstlern gemacht hat, darunter Bilder von Herrmann und Müller. Der Austausch war ihr demnach schon immer wichtig, und die Ausstellung „KunstHierHer“ soll gerade den befeuern. Einmal im Jahr gruppieren sich immer wieder andere Künstler um Susanne Patzke. Und das geschieht nun zum siebten Mal.

Die Vernissage ist am heutigen Freitag, 20 Uhr, im Haus 3 der Nadelfabrik am Reichsweg 30. Musikalisch begleitet wird sie vom „Duo less“, Svenja Pesch übernimmt die Begrüßung. Am Samstag, 30. September, und Sonntag, 1. Oktober, ist die Ausstellung jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

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